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Fast ein Viertel der Verdächtigen Ausländer

Polizei: 747 Straftaten wurden von Flüchtlingen verübt

HAMELN/HOLZMINDEN. In ihrer Kriminalitätsstatistik hat die Polizei erstmals auch den Anteil der mutmaßlich von Flüchtlingen begangenen Straftaten extra ausgewiesen. Diese Daten werden erst seit November 2015 erfasst. Insgesamt sind 1454 der 6366 im Jahr 2016 gefassten Tatverdächtigen (4807 Männer und 1559 Frauen) Nichtdeutsche. Das bedeutet: Beinahe ein Viertel (22,84 Prozent) aller mutmaßlichen Täter hat keinen deutschen Pass. Der Zehn-Jahres-Vergleich zeigt in diesem Bereich einen deutlichen Anstieg von 14,71 Prozent auf 22,84 Prozent.

Autor

Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite

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Laut Polizei lag der Ausländeranteil in Hameln-Pyrmont und Holzminden im Jahr 2015 bei 7,5 Prozent (2007: 5,9 Prozent). Wie viele Straftaten von Deutschen mit Migrationshintergrund begangen werden, wird nicht festgehalten.

Im Jahr 2016 wurden 747 Delikte, die mutmaßlich von Flüchtlingen begangen wurden, registriert. Darunter ein versuchter Mord in Rohden, 23 Sexual- und 191 Rohheitsdelikte (Körperverletzung, Raub etc.) und sechs Fälle von Sozialleistungsbetrug. 487 sind im Kreis Hameln-Pyrmont, weitere 260 im Landkreis Holzminden bearbeitet worden.

Der Anteil der von Flüchtlingen begangenen Straftaten an der Gesamtzahl der Straftaten lasse sich nicht quantifizieren, meint Oberrat Jens Kozik. Das liege insbesondere daran, dass ein Teil der Straftaten – im vergangenen Jahr waren das 31,15 Prozent – als „ungeklärt“ in die Statistik einfließen. Kriminaldirektor Ralf Leopold weist darauf hin, dass der Begriff „Flüchtling“ sehr weit gefasst und nicht an die Dauer des Aufenthalts in Deutschland gekoppelt ist. Man nehme Bezug auf die Genfer Flüchtlingskonvention, wonach solche Personen als Flüchtlinge zu betrachten sind, „die sich aus der begründeten Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung außerhalb ihres Heimatlandes befinden und den Schutz dieses Landes nicht in Anspruch nehmen können oder wollen“, heißt es. Die Definition treffe „in nennenswertem Umfang“ auch auf Personen zu, die sich bereits seit vielen Jahren in Deutschland aufhalten. Die 747 Straftaten könnten somit nicht in Gänze den Menschen zugeordnet werden, die seit Sommer 2015 eingereist sind. Die Anzahl der durch Flüchtlinge begangenen Straftaten gegen das Leben sowie der Sexualdelikte sei äußerst gering, so die Polizeiführung. „Es ist keine Welle des Verbrechens über uns gekommen.“

Übrigens: In 91 Fällen waren Flüchtlinge sowohl Täter als auch Opfer.

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