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Wilfried Binder geht Betrügern nicht auf den Leim

Per Telefon: Kriminelle wollen SPD-Chef erpressen

HAMELN. Dreiste Straftäter haben versucht, den Fraktionsvorsitzenden der Hamelner SPD-Ratsfraktion zu erpressen - doch Wilfried Binder, Bundeswehroffizier a.D., ließ sich von den Betrügern nicht aufs Kreuz legen. Er verständigt die Polizei, macht den Fall öffentlich, um andere Bürger vor dem Telefon-Trick zu warnen.

veröffentlicht am 25.08.2017 um 12:39 Uhr

Foto: Archiv/Wal
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Der Zentrale Kriminaldienst Hameln habe ein Verfahren eingeleitet, teilte Oberkommissar Jens Petersen auf Anfrage der Dewezet mit. Nach Angaben der Polizei gibt es in Essen bereits ein Sammelverfahren. Die Justiz in Berlin-Neukölln teilte Binder am Freitag mit, „die Masche sei den Ermittlungsbehörden in allen Facetten bekannt“.

Der Kriminalfall geht so: Am Donnerstag klingelte bei Binder das Telefon. Ein gewisser Rudolf Baumann, der sich als Mitarbeiter der Rechtsabteilung der Landesbank ausgab, teilte dem 59-Jährigen mit, das die Sperrung seines Kontos in Vorbereitung sei. Bei der Staatsanwaltschaft Berlin sei „ein entsprechendes Verfahren anhängig“. Er könne die Sache noch abwenden. Der Betrüger riet Binder, umgehend Staatsanwältin Dr. Stein in Berlin unter der Telefonnummer 030/80936159 anzurufen. Ein Gespräch mit ihr könne die Sache noch zum Guten wenden. Wilfried Binder kam das Ganze sehr dubios vor. Er schaltete zunächst seine Rechtsanwältin Christine Borrmann ein. Die Kanzlei teilte ihm mit, dass die Staatsanwaltschaft in Berlin unter einer ganz anderen Telefonnummer zu erreichen sei. Binder erfuhr auch, dass ähnliche Fälle bereits auf einer Internet-Plattform dokumentiert worden waren. Man könne nicht ausschließen, „dass man in eine Kostenfalle tappt, wenn man die Telefonnummer in Berlin anruft“.

Besagter Herr Baumann rief dann noch zweimal bei Wilfried Binder an. Er mahnte zur Eile, machte Druck, indem er ankündigte, dass bereits um 15 Uhr 40 Prozent des Gehaltes gepfändet werden. Binder wertete das als einen „weiteren dreisten Versuch, ihn in die Enge zu treiben“. Er informierte die Polizei.

Am Freitag meldete sich die angebliche Staatsanwältin Stein bei ihm. Binder erfuhr, dass er 1675 Euro bezahlen müsse. Andernfalls sehe man sich vor Gericht wieder. Die offene Rechnung, so die Betrüger, stamme aus einem Gewinnspiel, an dem der Politiker teilgenommen habe. Es existiere eine Sprachaufnahme, auf der Binder mehrfach mit Ja antworte, hieß es. Die Mahnungen habe der Hamelner nicht beachtet. Die Begründung lieferte „Frau Dr. Stein“ gleich mit: „Vermutlich haben Sie die Briefe für Werbung gehalten und weggeworfen.“

Kommunalpolitiker Binder hofft, dass die Täter gefasst werden und niemand auf die Betrugsmasche hereinfällt.



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