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Polizei hofft auf Zeugen

Opferstöcke in Lügder Pfarrkirche St. Marien rabiat geknackt

LÜGDE. Unbekannte Täter haben am Donnerstag in der Zeit zwischen 9 und 17.30 Uhr in Lügde katholischer St.-Marien-Kirche mit brachialer Gewalt gleich zwei Opferstöcke geknackt und ausgeräumt. Immerhin scheiterten sie bei dem Versuch, auch noch die abgeschlossene Tür zur Sakristei aufzurammen.Die Kripo ermittelt.

veröffentlicht am 21.09.2018 um 22:44 Uhr

Den Opferstock für das Kerzen-Geld haben die Täter am Donnerstag schwer lädiert. Foto: yt

Autor:

Carlhermann Schmitt und Juliane Lehmann
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„Um 9 Uhr morgens habe ich aufgeschlossen. Da war noch alles in Ordnung“, sagt Josef Thiele. Gegen 16.30 Uhr musste der ehrenamtliche Küster der katholischen Pfarrkirche St. Marien dann feststellen, dass ganz viel nicht mehr in Ordnung war im Innern des Gotteshauses:

Wie rabiat die Täter vorgingen, zeigen Spuren im soliden Holz der Sakristei-Tür. Sie stammen vom Osterkerzen-Leuchter. Nachdem die Unbekannten dessen Fuß abgeschlagen hatten, rammten sie den Ständer in Schlosshöhe mehrfach gegen das Holz. Den Türrahmen demolierten sie ebenfalls. Darüberhinaus brachen sie noch eine Schublade unter einem Tisch, dem Schriftenstand, auf.

Gleich, nachdem Josef Thiele die Spuren der Tat entdeckt hatte, gab er im Gemeindebüro gegenüber Bescheid, und Annette Loges-Steinmeier rief sofort die Kripo. Die Beamten aus Blomberg machten sich dann vor Ort auf Spurensuche.

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Das Holz ist gesplittert. Aber letztlich sind die Täter an der Sakristeitür gescheitert. Foto: yt

Schleierhaft ist nicht nur dem Küster, wie es mitten am Tag mitten in der Stadt, in direkter Nachbarschaft zum Rathaus, zu der Tat kommen konnte. In die Kirche gelangt sein dürften die Einbrecher noch ganz einfach und wahrscheinlich unbeobachtet: durch die geöffnete Haupttür, mit dem Brecheisen unter der Jacke. Die diversen Einbruchsspuren im Innern lassen Thiele jedoch darauf schließen, dass die Täter anschließend „einen unwahrscheinlichen Krach“ gemacht haben müssen. „Allein der Ständer der Osterkerze wiegt fast 40 Kilo.“ Wer den mit voller Wucht gegen das Holz eines Opferstocks oder an die Tür ramme, müsse eigentlich auch von draußen gehört worden sein. Der Küster kann sich den Hergang nur so vorstellen: „Wahrscheinlich stand vor der Kirche jemand Schmiere. Mit dem Handy hätte er dann drinnen Bescheid gegeben, wenn jemand in Richtung Kirche ging.“

Zuletzt war die St.-Marien-Kirche vor zwei Jahren von Opferstück-Dieben heimgesucht worden. Auch vor diesem Hintergrund kann Josef Thiele nur den Kopf schütteln. „Bei Leuten, die auf Geld aus sind, müsste sich doch inzwischen herumgesprochen haben, dass bei uns nichts zu holen ist“, sagt der Ehrenamtliche. „Dass in den Opferstöcken kaum etwas drin ist, ist doch allgemein bekannt.“

Am Dienstagabend hatte der 79-Jährige die beiden Behälter für Blumenschmuck-Spenden und das Kerzen-Geld das letzte Mal gelehrt. „Da könnten höchstens sechs bis acht Euro dringewesen sein“, schätzt er. „Die meisten Leute entleeren doch dort nur ihr Kleingeld, damit das Portemonnaie nicht so dick ist.“

Beim Blick auf die Schäden zuckt Josef Thiele die Schultern. „Jetzt müssen wir das wieder alles reparieren. Diese Aufregung reibt mich auf. Irgendwann wird mir das auch mal zuviel.“
Wer am Donnerstag zwischen 9 und 16.30 Uhr Beobachtungen im Zusammenhang mit der Tat gemacht hat, wird gebeten sich unter Telefon 05235 / 96930 bei der Kripo Blomberg zu melden.



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