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Polizei findet nur Jacke und Unterhose

Opfer nach Unfall verschwunden - war es ein Straftäter?

Haverbeck. Der Fußgänger, der am Sonntagmorgen auf der Kreisstraße 29 zwischen Halvestorf und der Landesstraße 433 von einem Auto angefahren wurde, ist wie vom Erdboden verschluckt. Nun wird spekuliert: Warum hat der Angefahrene das Weite gesucht? War es ein Straftäter?

veröffentlicht am 07.12.2015 um 18:07 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 15:07 Uhr

Ulrich Behmann

Autor

Chefreporter zur Autorenseite

Der Fußgänger, der am Sonntagmorgen gegen 7.10 Uhr auf der Kreisstraße 29 zwischen Halvestorf und der Landesstraße 433 (Strecke Gut Helpensen - Haverbeck) von einem Auto angefahren wurde, ist wie vom Erdboden verschluckt. Die Polizei ging nach erster Bewertung der Spuren am Montagvormittag davon aus, dass das Opfer „schwerste Verletzungen davongetragen haben muss“. Am Nachmittag kamen Unfallanalytiker zu dem Schluss, dass die Wunden „nicht zwingend lebensbedrohlich sein müssen“.
Sonderbar: Weder die Besatzung eines Polizeihubschraubers noch Flächensuchhunde hatten die Person finden können. Nach mehr als neun Stunden war die Suchaktion abgebrochen worden.
Es gibt derzeit Fragen, aber keine Antworten. Warum hat der Angefahrene das Weite gesucht? War es ein Straftäter? Die Polizei kann das zwar nicht ausschließen, hat aber keine Hinweise darauf. Allerdings wurden in der Nacht Einbrüche verübt.
Am Dienstag sollen Personenspürhunde, sogenannte Mantrailer, versuchen, eine Fährte aufzunehmen. Die Suche konnte am Montag nicht durchgeführt werden, „weil weder in Niedersachsen noch in benachbarten Bundesländern ein einsatzfähiger Hund zur Verfügung stand“.
Die Polizei geht derzeit zwei Spuren nach: In der Nähe des Unfallorts hat ein Rettungshund eine Unterhose gefunden. An der Landesstraße 433 (in Richtung Haverbeck) lag eine braune Stoffjacke in der Größe „2XL“ mit Fellkragen an der Kapuze. „Die Auffindesituation und der Zustand dieser Jacke lassen den Schluss zu, dass diese mit hoher Wahrscheinlichkeit von dem Gesuchten getragen wurde“, sagte ein Ermittler. Niemand kann sich erklären, warum das Opfer das Kleidungsstück weggeworfen hat.
Inzwischen wurde bekannt, dass der von einer Hamelnerin gesteuerte Mercedes offenbar einen Anhalter erfasst hat. Unmittelbar vor der Kollision habe die 26-Jährige am rechten Fahrbahnrand schemenhaft einen Fußgänger mit ausgestrecktem Arm und erhobenem Daumen gesehen, sagte Oberkommissar Jens Petersen.
Der Wagen weist mehrere Beschädigungen an der rechten Seite auf: der Außenspiegel ist zerfetzt, die Frontscheibe gesprungen, eine Kunststoff-Zierleiste am Holm eingedellt. Die 26-Jährige habe erst weit hinter der Kollisionsstelle angehalten, sagt Petersen. Die Beamten haben deshalb den Verdacht, dass die Frau Fahrerflucht begehen wollte. „Wir ermitteln auch in diese Richtung“, sagt der Oberkommissar.
Um 7.25 Uhr hatte die Hamelnerin dann die Polizei gerufen. Es seien auch Strafverfahren wegen Straßenverkehrsgefährdung und fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet worden, hieß es. Die Autofahrerin stand unter Alkoholeinfluss. Ein Atemtest zeigte einen Wert von mehr als 0,9 Promille an.

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Wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit von dem gesuchten Fußgänger getragen: Diese Stoffjacke der Größe 2XL lag in der Nähe der Unfallstelle.



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