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Kuriose Polizeibericht

Obernkirchener findet Falschgeld - und erhält Anzeige

OBERNKIRCHEN. Ein Obernkirchener hat am Donnerstag auf dem Friedhof der Bergstadt einen Geldschein gefunden und ging damit in einen Supermarkt. Es stellte sich heraus: Es war Falschgeld. Nun muss er sich wegen zweier Tatbestände verantworten. Er und die Polizei schildern den Tathergang aber unterschiedlich.

veröffentlicht am 05.06.2020 um 15:15 Uhr

„So ziemlich alles falsch gemacht“, befindet das Polizeikommissariat Bückeburg, habe ein 57-jähriger Obernkirchener, der auf dem Friedhof der Bergstadt einen 20-Euro-Schein fand und ihn widerrechtlich für sich behielt.

Mit dem Bargeld ging der Finder in einen Supermarkt, wo er laut Polizei an der Kasse die Einkäufe mit dem Schein bezahlen wollte. Der Angestellte habe den 57-Jährigen darauf aufmerksam gemacht, dass der Geldschein eine Fälschung ist. Das habe der Obernkirchener laut Polizei nicht wahrhaben wollen und verständigte die Polizei, wovon ihn der Supermarktangestellte noch habe abhalten wollen, weil dieser glaubte, dass das wohl Ärger bringen würde. So war es dann auch, der Geldschein entpuppte sich als eine Farbkopie und der Oberkirchener muss sich nun wegen Fundunterschlagung beziehungsweise Inverkehrbringen von Falschgeld verantworten.

Dieser Darstellung der Polizei widerspricht der Finder des Geldscheines vehement. Ihm sei im Supermarkt aufgefallen, dass es sich um Falschgeld gehandelt habe, mit dem Kassierer habe er diesbezüglich nicht gesprochen. Also habe er die Polizei informiert, „ich war komplett ehrlich“, sagt er im Gespräch mit dieser Zeitung. Doch nun habe er zwei Anzeigen, dabei habe er selber doch die Polizei erst dazugerufen.

Wer wisse denn außerdem, fragt der Obernkirchener, dass man gefundenes Geld in einer so relativ geringen Höhe wie 20 Euro nicht mitnehmen dürfe? Tatsächlich besagt ein Blick ins Bürgerliche Gesetzbuch (BGB), Paragraf 965, dass „verlorene Sachen“ stets zur Anzeige gebracht werden müssen. Dies gilt jedoch nur für Gegenstände im Wert von bis zu 10 Euro.

Auf den Einspruch des Finders angesprochen, widerspricht wiederum die Pressestelle des Polizeikommissariats Bückeburg: Der Fall habe sich genau so zugetragen, wie von der Polizei geschildert.

Man dürfe außerdem gefundenes Geld nicht einfach behalten, sondern müsse es zum Beispiel im Bürgerbüro oder im Fundbüro der Kommune abgeben. mld



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