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„Ich glaube, die Mama ist tot“

Notruf eines Mädchens löst größeren Einsatz am Kuckuck aus

HAMELN. Der Notruf eines Kindes hat am Dienstagvormittag einen größeren Rettungseinsatz am „Kuckuck“ in Rohrsen ausgelöst. Das Mädchen, das sich Andrea nannte, hatte gegen 10.30 Uhr die Nummer 112 gewählt und dem Disponenten erzählt: „Meine Mutter bewegt sich nicht mehr. Ich glaube, die Mama ist tot.“ Die Kleine legte kurz danach auf.

veröffentlicht am 05.09.2017 um 16:25 Uhr

Sucheinsatz am Kuckuck. Foto: ube
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Die Regionalleitstelle schickte umgehend ein Notarztfahrzeug, einen DRK-Rettungswagen, die Feuerwehr und die Polizei zur angegebenen Adresse. Neben dem Einsatz- und Streifendienst war auch die Tatort-Gruppe der Inspektion im Einsatz.

Von einer Steckleiter aus öffnete ein Brandmeister mit Spezialwerkzeug ein auf Kipp stehendes Fenster in der ersten Etage und durchsuchte sämtliche Räume. Ein Kollege des Feuerwehrmannes war bereits durch ein geöffnetes Fenster in eine Wohnung im Erdgeschoss geklettert. In dem Wohnblock hielt sich zu diesem Zeitpunkt nur ein Mieter auf. Bei ihm lebe kein Kind, sagte er. Kurz darauf erschien die Hausmeisterin und öffnete die restlichen Wohnungstüren. Polizisten stellten fest, dass dort niemand in hilfloser Lage war. Derweil versuchten die Beamten in der Polizeileitstelle vergeblich, Andrea zurückzurufen. Es gelang den Kommissaren vom Lagedienst nicht, den Besitzer des Handys zu ermitteln. Sonderbarerweise ist die Telefonnummer nicht gelistet.

Am Kuckuck gingen Polizeibeamte auch Hinweisen von Nachbarn nach. In einem anderen Mehrfamilienhaus wurde eine Erdgeschosswohnung überprüft, nachdem bekannt geworden war, dass dort ein Paar mit einem Kleinkind lebt. Aber auch dort liefen die Nachforschungen ins Leere.

Feuerwehrleute und Polizisten öffnen Wohnungen. Foto: ube
  • Feuerwehrleute und Polizisten öffnen Wohnungen. Foto: ube

Die Bewohner wussten keinen Rat. So blieb den Einsatzkräften nichts anderen übrig, als einzurücken. Derzeit gehen die Beamten davon aus, dass es sich um eine böswillige Alarmierung gehandelt hat. Eine Seniorin hatte erzählt, sie habe ein Kind mit einem Handy aus dem Haus kommen sehen. Es müsse sich dabei aber nicht um die Anruferin gehandelt haben, hieß es.

Technisch soll es zumindest möglich sein, dass das Kind aus einer anderen Stadt, in der es auch eine Straße mit dem Namen „Kuckuck“ gibt, angerufen hat und der Notruf fälschlich in Hameln aufgelaufen ist.

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