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Großer Rettungs- und Feuerwehreinsatz in Hameln / Mindestens zwei Verletzte

Nächtliches Feuer bringt Hausbewohner in Lebensgefahr

HAMELN. In einem Haus an der Mühlenstraße in Hameln, in dem 13 Menschen gemeldet sind, ist am frühen Dienstagmorgen ein Feuer ausgebrochen. Mehrere Bewohner flüchteten, teils leicht bekleidet, aus dem Gebäude. Sie waren offenbar durch das Piepen der Rauchmelder aus dem Schlaf geschreckt worden.

veröffentlicht am 31.01.2017 um 04:44 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 21:29 Uhr

Großeinsatz an der Mühlenstraße - Rettungs- und Löschfahrzeuge
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Als Oberbrandmeister Jan Loges am frühen Dienstagmorgen gegen 4.10 Uhr das Hinterhaus an der Mühlenstraße erreicht, weiß er nicht genau, was ihn und seine Männer von der Wachschicht 2 erwartet. Die ersten Informationen sind spärlich, die Alarmmeldung der Leitstelle klingt dramatisch: „Wohnung und Treppenhaus verqualmt. Personen noch im Gebäude.“ 13 Menschen seien in dem Haus gemeldet, heißt es. Freiwillige des 3. und 4. Zuges, ein Notarztfahrzeug und zwei Rettungswagen sind zu diesem Zeitpunkt unterwegs zum Brandort. Loges läuft zur Eingangstür. In diesem Moment kommen ihm auf der Außentreppe zwei junge Männer mit freiem Oberkörper entgegen. Sie sind durch das laute Piepen der Rauchmelder aus dem Schlaf geschreckt worden und ins Freie geflüchtet. Auf dem Weg nach draußen haben die Mieter (18 und 19 Jahre alt) giftige Brandgase eingeatmet. „Flur und Treppenraum sind stark verqualmt“, sagt der stellvertretende Wachabteilungsleiter. Notarzt Dr. Ben Schwerdtfeger und Rettungsassistenten der Feuerwehr untersuchen die Hamelner, versorgen sie sofort mit Sauerstoff. Auf der Rückseite des Hauses steht ein Mann an einem Giebelfenster. Ein Rettungstrupp stellt eine Leiter an, holt ihn aus seinem Zimmer. Eine 19-Jährige flüchtet zeitgleich aus dem Erdgeschoss auf eine Terrasse. Weil es eiskalt und zugig ist, werden die junge Frau und ein 53-Jähriger ebenfalls zum Sana-Klinikum gebracht. Dort können sie sich aufwärmen, werden sie betreut. Eine Nachbarin nimmt sich eines 52-Jährigen an.

Feuerwehr-Trupps, die sich mit schwerem Atemschutz ausgerüstet haben, suchen in dem Haus nach dem Brandort und nach weiteren Personen. Fünf Bewohner sind in Sicherheit. „Aber wo sind die restlichen acht?“, fragt sich Brandoberamtsrat Andreas Zerbe vom Einsatzführungsdienst. Immer mehr Rettungs- und Löschfahrzeuge treffen an der Mühlenstraße ein. Weitere Schläuche werden verlegt. Am Ende stehen 14 Wagen mit Blaulicht vor dem Haus, sind 46 Frauen und Männer im Einsatz.

Zerbe lässt weitere Rettungsfahrzeuge kommen. Der Leitende Notarzt Dr. Yones Salameh und drei Rettungswagen des Roten Kreuzes eilen zur Hilfe. Zunächst vermuten die Feuerwehrleute den Brand in er ersten Etage. Vor zwei Zimmern werden mobile Rauchverschlüsse installiert. Auf diese Weise wird verhindert, dass Qualm aus den Räumen ins Treppenhaus wabert. Doch oben brennt es nicht. Im Bad neben der Haustür werden die Löschmannschaften fündig. Dort ist das Feuer ausgebrochen. Ein Schrank und Handtücher stehen in Flammen. Warum, das weiß zurzeit niemand. Der Brand hat dermaßen große Mengen giftige Gase verursacht, dass die Hausbewohner zu nachtschlafender Zeit in Lebensgefahr geraten sind. Ein Glück, dass die Rauchmelder Alarm ausgelöst haben. Dort, wo niemand öffnet, verschafft sich die Feuerwehr gewaltsam Zutritt. Nach kurzer Zeit können Loges und Zerbe aufatmen. „Keine weiteren Personen im Gebäude!“, meldet der Einsatzleiter der Leitstelle.

Polizisten, darunter Ermittler der Tatort-Gruppe, sichern Spuren, machen Fotos, befragen Zeugen. Die Beamten versiegeln das Badezimmer. Brandoberamtsrat Zerbe lässt vorsorglich in allen Zimmern Kohlenmonoxid-Messungen durchführen. Gegen 5.30 Uhr können die Mieter, die nicht im Krankenhaus bleiben müssen, in ihre Zimmer zurückkehren.

2 Bilder
Die Bewohner flüchteten aus dem verqualmten Gebäude. Foto: ube


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