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Sonderbares Verhalten soll Unerfahrenheit geschuldet sein

Nach Warnhinweis: Angeblich falsche Telekom-Mitarbeiter entlastet

HAMELN. Nach einer internen Fahndung der Polizei und einem auf der Dewezet-Internetseite und in sozialen Netzwerken vorab veröffentlichten Warnhinweis zu zwei möglichen Betrügern, die sich als Telekom-Mitarbeiter ausgegeben haben sollen, ist es der Polizei mithilfe einer Hamelnerin gelungen, die beiden in Verdacht geratenen Männer zu ermitteln. Eine Überprüfung habe ergeben, dass die Personen tatsächlich im Namen der Telekom für eine Vertriebsagentur tätig sind, sagte Oberkommissar Jens Petersen.

veröffentlicht am 23.02.2017 um 15:20 Uhr
aktualisiert am 23.02.2017 um 16:00 Uhr

Ulrich Behmann

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Sie hätten sich legitimieren können. „Betrugsabsichten oder sonstige strafbare Handlungen waren nicht erkennbar.“

Auslöser der Ermittlungen war der Anruf einer Hamelnerin, die an der Zentralstraße wohnt. Die Männer hatten sich verdächtig verhalten. Unter anderem wollten sie Personal- und Bankdaten abfragen. Das war der Frau sonderbar vorgekommen. Auch in der Hugenottenstraße klingelte das Duo an Türen. Eine vorgewarnte Hamelnerin rief die Polizei.

Tags drauf nahm der Teamleiter der Vertriebsagentur sowohl Kontakt mit der Polizei als auch mit der besorgten Anwohnerin auf und entschuldigte sich für das Verhalten seiner Mitarbeiter. Er begründete das Verhalten der Männer mit Unerfahrenheit. Der „Chef“ machte darauf aufmerksam, dass sich seine Kollegen immer durch ein Schreiben der Telekom als autorisierte Kundenberater ausweisen müssen. Auf dieser Legitimation seien der Name des Mitarbeiters, die Berater-Nummer und die Vertriebsagentur aufgeführt. „Für Rückfragen ist dort eine offizielle Telefon-Nummer der Telekom Deutschland angegeben“, hieß es.

Bei Geschäftsabwicklungen an der Haustür sei generell Vorsicht geboten, sagt Oberkommissar Jens Petersen. Er rät unseren Lesern: „Lassen Sie sich nicht durch forsch auftretende Vertreter einschüchtern und seien Sie misstrauisch.“

Information

Ratschläge zum Schutz vor Betrügern

  • Schauen Sie sich Besucher vor dem Öffnen der Tür durch den Türspion oder durchs Fenster genau an.
  • Öffnen Sie die Tür nur bei vorgelegtem Sperrriegel.
  • Lassen Sie keine Fremden in Ihre Wohnung. Bestellen Sie Unbekannte zu einem späteren Zeitpunkt wieder, wenn eine Vertrauensperson anwesend ist.
  • Wehren Sie sich energisch gegen zudringliche Besucher, sprechen Sie sie laut an oder rufen Sie um Hilfe.
  • Verlangen Sie von Amtspersonen grundsätzlich den Dienstausweis bzw. von Firmenvertretern eine Legitimation und prüfen Sie die Dokumente sorgfältig auf Druck, Foto und Stempel.
  • Rufen Sie im Zweifel vor dem Einlass die entsprechende Behörde oder Firma an. Suchen Sie deren Telefonnummer selbst heraus.
  • Unterschreiben Sie nichts unter Zeitdruck und lassen Sie sich weder beeindrucken noch verwirren.
  • Lesen Sie Vertragsbedingungen gründlich durch und lassen Sie sie sich bei Bedarf erklären.
  • Leisten Sie keine Unterschriften für angebliche Geschenke oder Besuchsbestätigungen.
  • Achten Sie bei der Unterschrift immer auch auf die Datumsangabe. Denken Sie daran, dass ein fehlendes oder falsches Datum die Durchsetzung Ihres Widerspruches erschwert.
  • Verlangen Sie immer eine Kopie des Vertrags mit deutlich lesbarer Adresse und ebenso gut erkennbarem Namen des Vertragspartners.
  • Treffen Sie mit Nachbarn, die tagsüber zu Hause sind, die Vereinbarung, sich bei unbekannten Besuchern an der Wohnungstür gegenseitig Beistand zu leisten.
  • Prüfen und vergleichen Sie Angebote genau. Lassen Sie sich gerade durch bedrängende Hinweise (Beispiel: „Dieses Angebot gilt nur noch heute!“) auf keinen Fall unter Druck setzen.


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