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Neue Erkenntnisse: Fahrer des Rückefahrzeugs hätte B 83 nicht befahren dürfen

Nach Unfall auf B 83: Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung

FISCHBECK. Nach dem tragischen Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 83 in der Nähe von Fischbeck, bei dem am 11. November ein 16 Jahre alter Schüler aus Hessisch Oldendorf ums Leben gekommen ist, ermittelt die Polizei gegen den Fahrer (37) des am Unglück beteiligten Rückefahrzeugs – wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung.

veröffentlicht am 26.11.2019 um 14:08 Uhr
aktualisiert am 26.11.2019 um 18:50 Uhr

Ulrich Behmann

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Chefreporter zur Autorenseite

Nach dem tragischen Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 83 in der Nähe von Fischbeck, bei dem am 11. November ein 16 Jahre alter Schüler aus Hessisch Oldendorf ums Leben gekommen ist, ermittelt die Polizei gegen den Fahrer (37) des am Unglück beteiligten Rückefahrzeugs – wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Das erfuhr die Dewezet am Dienstag aus gut unterrichteten Kreisen.

Die Ermittlungen der Polizei haben nämlich ergeben, dass die Straße zwar für landwirtschaftlichen, nicht aber für forstwirtschaftlichen Verkehr freigegeben ist. Anders ausgedrückt: Das Rückefahrzeug hätte die B 83 nicht befahren dürfen. Die 125er Maschine des Jugendlichen war wenige Minuten nach 13 Uhr mit großer Wucht gegen das massive Stahlheck des 20 Tonnen schweren Rückefahrzeugs, das mit 20 km/h auf der rechten Fahrbahn der in diesem Bereich dreispurigen Straße unterwegs war, geprallt. Das Motorrad zerbrach in zwei Teile, fing Feuer. Für den Zweiradfahrer kam jede Hilfe zu spät.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der Fahrer des Leichtkraftrads die Geschwindigkeit des Vierachsers falsch eingeschätzt hat. Von hinten ähnelt das große Gefährt eher einem Langholz-Lastzug, der wohl mit 60 bis 80 km/h unterwegs gewesen wäre. Ein Bauer hätte die B 83 mit einem Trecker befahren dürfen – auch, wenn sein Schlepper nur 20 km/h fahren würde. Allerdings hätte der Fahrer zu einer landwirtschaftlichen Tätigkeit unterwegs sein müssen. Eine Fahrt zum Traktorpulling wäre auf dieser Straße nach Angaben der Polizei nicht erlaubt.

Das Rückefahrzeug hatte keine gelbe Rundumleuchte, die Verkehrsteilnehmer zumindest vor dem extrem langsam fahrenden Gefährt hätte warnen können. Die Polizei in Hessisch Oldendorf bittet Zeugen, die etwas zur Fahrweise des Rückefahrzeug- und des Motorrad-Fahrers sagen können, sich zu melden. „Womöglich ist es durch das langsam fahrende forstwirtschaftliche Gefährt schon im Vorfeld zu gefährlichen Situationen gekommen. Wer den Unfallhergang vielleicht aus der Gegenrichtung beobachtet hat, sollte ebenfalls mit uns Kontakt aufnehmen“, sagt Oberkommissarin Stephanie Heineking-Kutschera.

Auch der Fahrer eines älteren grauen VW Passat könnte ein Hinweisgeber sein. In Höhe des Rewe-Marktes an der Fischbecker Landstraße in Hameln, so ein Zeuge, sei ein Kombi mit polnischen Kennzeichen und mit eingeschalteter Warnblinkanlage vor dem Rückefahrzeug gefahren.

Die Eltern des 16-Jährigen appellieren an Augenzeugen: „Bitte unterstützen Sie die Polizei bei den Ermittlungen.“ Für die Hinterbliebenen geht es auch um die Frage nach dem Warum. „Wir wollen einfach Gewissheit haben“, sagt die Mutter.



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