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Nach tödlichem Flugzeugabsturz im Solling: Montagemängel entdeckt

Holzminden (dpa/lni). Das im Solling abgestürzte Kleinflugzeug mit zwei tödlich verunglückten Piloten ist vermutlich unsachgemäß zusammengebaut worden. Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) stellten fest, dass die Außenhaut der Tragflächen ungleichmäßig verklebt war, sagte ein Sprecher der Braunschweiger Behörde am Montag.

veröffentlicht am 19.10.2015 um 14:40 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 08:37 Uhr

Ob dies die Absturzursache war, müsse aber noch geprüft werden. Zuvor hatte der NDR berichtet, dass eine unsaubere Montage zu dem Unglück geführt haben könnte.

Das Flugzeug wird von einer australischen Firma als Bausatz verkauft. Der Listenpreis liegt bei 87 600 australischen Dollar (etwa 56 000 Euro). Ob die Maschine von Laien oder in einer Werkstatt zusammengebaut wurde, ist laut BFU noch unklar.

Das Flugzeug vom Typ Jabiru J430 war im Juni in ein Waldstück bei Mühlenberg (Landkreis Holzminden) gestürzt. Die beiden Insassen, zwei 35 und 36 Jahre alte Männer aus Thüringen und Brandenburg, starben. Die Maschine war bereits in der Luft auseinandergebrochen, Trümmerteile fielen zum Teil in Gärten und auf Dächer. Auffällig ist laut BFU auch, dass die Querruder der Maschine an beiden Tragflächen auf ähnliche Weise gebrochen sind.

Zum Unglückszeitpunkt regnete es stark. Die Sicht war auch kurz nach dem Absturz noch so begrenzt, dass ein Polizeihubschrauber auf der Suche nach der Absturzstelle abdrehen musste. Nach Angaben des BFU-Sprechers sei das Wetter aber nicht "extrem schlecht" gewesen.



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