weather-image
Rettungshubschrauber-Einsatz

Nach Sprengung im Steinbruch – Arbeiter findet verletzten Kollegen

SALZHEMMENDORF. Ein 64 Jahre alter Arbeiter ist am Donnerstagmittag gegen 12 Uhr im Steinbruch am Limberger Weg in Salzhemmendorf verletzt worden. Kurz bevor der Mann aus Staufenberg (Landkreis Göttingen) von einem Kollegen (27) gefunden wurde, hatte eine genehmigte Sprengung stattgefunden.

veröffentlicht am 16.11.2017 um 13:35 Uhr
aktualisiert am 16.11.2017 um 18:24 Uhr

Foto: ube
Ulrich Behmann

Autor

Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
Der Schwerverletzte wurde wenig später mit einem Rettungshubschrauber nach Hannover zur Medizinischen Hochschule geflogen. Nach Angaben der Polizei in Bad Münder besteht der Verdacht, dass er ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten hat. Er habe eine blutende Kopfwunde und eine Oberschenkelfraktur davongetragen. „Unklar ist zum jetzigen Zeitpunkt, ob der Mitarbeiter von umherfliegenden Steinen getroffen wurde oder im unwegsamen Gelände gestürzt ist“, sagte Hauptkommissar Thomas Ende. Nach Erkenntnissen der Polizei soll der 64-Jährige nach der Sicherheitsabfrage des Sprengmeisters ein Stück zurück in den Gefahrenbereich gegangen sein.

Dem Sprengmeister wird kein Vorwurf gemacht. Der 41-Jährige habe alle nötigen Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet und vorschriftsmäßig gehandelt, hieß es. In dem Rheinkalk-Werk seien Steine aus einer Wand gesprengt worden. Der Fachmann habe zuvor einen Sicherheitsradius von 300 Metern eingerichtet und danach jeden einzelnen Mitarbeiter abtelefoniert, um herauszufinden, ob er sich außerhalb des Bereichs befindet, sagte Ende. Als das von allen Kollegen bejaht worden war, gab der Sprengmeister laute Warnsignale, um – für jedermann gut hörbar – die bevorstehende Sprengung anzukündigen. Nach der Detonation rief der Experte abermals alle Angestellten an. Der 64-Jährige ging nicht an sein Handy. Ein Kollege habe den Verletzten kurz danach gefunden, hieß es. Der Notruf aus dem Werk löste einen großangelegten Rettungseinsatz aus. Die Höhenrettungsgruppe der Feuerwehr Oldendorf rückte ebenso aus wie die Feuerwehr Salzhemmendorf, ein Notarzt und ein DRK-Team. Auch ein geländegängiger Rettungswagen der Schnellen-Einsatz-Gruppe des Roten Kreuzes aus Marienau fuhr zum Unglücksort. Während das Notarztteam den Verletzten behandelte, bereiteten die Höhenretter eine Schleifkorbtrage vor. Damit wollten die den 64-Jährigen abseilen. Doch es kam anders: Der Rettungsmediziner forderte „Christoph 4“ an. Der Pilot des landete ganz in der Nähe des Unfallorts. Die Feuerwehrleute mussten den Verletzten deshalb nur noch mit vereinten Kräften zur Maschine der Bundespolizei tragen. Das Gewerbeaufsichtsamt untersucht den Vorfall.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare