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Frau glaubte, Mord gesehen zu haben

Nach Notruf – Polizei riegelt Großenberg ab

GROSSENBERG. Der Notruf läuft am Samstagabend um 18.13 Uhr in der Regionalleitstelle an der Ruthenstraße in Hameln auf. Eine 54-Jährige teilt dem Disponenten mit, eine Frau sei soeben erschossen worden, mit einem Gewehr. Das habe sie beobachtet. Die Mitteilung löst einen Großeinsatz aus.

veröffentlicht am 09.09.2018 um 20:25 Uhr
aktualisiert am 17.09.2018 um 10:05 Uhr

Großenberg war Schauplatz eines Großeinsatzes. Foto: ube
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Während der Disponent das am Bathildiskrankenhaus stationierte Notarzt-Einsatzfahrzeug und einen Rettungswagen der DRK-Wache Bad Pyrmont auf die Ottensteiner Hochebene schickt, ruft ein Polizist vom Lagedienst die „Zeugin“ zurück, um weitere Details zu erfragen. Die Frau erzählt dem Beamten, der Täter sei in einem Wohnhaus verschwunden. „Später ist von weiteren Schüssen die Rede gewesen“, erinnert sich ein Hauptkommissar, der an dem Einsatz teilgenommen hat. Der Adrenalin-Pegel sei bei ihm und seinen Kollegen auf der Anfahrt sicher sehr hoch gewesen. Der Ort wird komplett abgeriegelt – niemand kommt rein, niemand kommt raus. Eine Stunde nach dem Notruf steht definitiv fest: Die Frau hat Dinge beschrieben, die gar nicht stattgefunden haben. Nach Angaben der Polizei ist sie psychisch krank. Es heißt, die Großenbergerin habe ihre Psychopharmaka nicht eingenommen. Das soll Wahrnehmungsstörungen ausgelöst haben. Das Notarztteam bringt die 54-Jährige ins Krankenhaus.

Alle verfügbaren Einheiten aus den Landkreisen Hameln-Pyrmont und Holzminden, aber auch Kräfte der gemeinsamen Einsatzhundertschaft der Polizeiinspektionen Hameln-Pyrmont/Holzminden und Schaumburg/Nienburg hatten mit Blaulicht und Sirene den vermeintlichen Tatort angesteuert. Sie waren gerade aus Hannover zurückgekehrt, wo sie eine Demonstration abgesichert hatten. In Hameln und in der Gemeinde Emmerthal glaubten viele Menschen, im Weserbergland habe sich eine Katastrophe oder ein Anschlag ereignet.

Die Polizisten hatten anfangs keinen Zweifel daran, dass die Frau die Wahrheit gesagt hat. Sie trugen schusssichere Westen, zogen sich aber zusätzlich noch Sonderschutzwesten an, um sich vor Gewehrkugeln zu schützen. Einige Beamte bewaffneten sich mit Maschinenpistolen, andere zogen ihre Dienstpistolen, als sie sich dem Haus, in dem der Täter vermutet wurde, näherten. Das Gebäude wurde umstellt und durchsucht. Es war niemand zu Hause – und ein Mörder hielt sich darin auch nicht versteckt.



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