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Auf Schlafenden eingestochen / Opfer wird befragt

Nach Mordversuch in Rohden: 26-Jähriger legt Geständnis ab

Rohden. Der 26 Jahre alte Syrer, der seit Sonntag wegen versuchten Mordes in Untersuchungshaft sitzt (wir berichteten), hat ein Geständnis abgelegt. Der Asylbewerber hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft Hannover bei seiner Vernehmung die Messerattacke auf seinen Landsmann eingeräumt. Die Anklagebehörde wirft dem Mann Heimtücke vor. Das ist ein Mordmerkmal.

veröffentlicht am 07.03.2016 um 19:09 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:27 Uhr

Messer-Attacke Rohden
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite

Zunächst war die Polizei davon ausgegangen, dass es zwischen den beiden Asylbewerbern zu einem Streit gekommen ist, der dann eskalierte. Das ist aber offenbar nicht der Fall. Der Beschuldigte habe ausgesagt, er sei gegen 2.30 Uhr aufgewacht und habe sich kurz danach mit einem Messer bewaffnet, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Klinge am Montag im Gespräch mit der Dewezet. Er sei dann zu dem Schlafenden gegangen und habe diesem die Klinge in den Brustkorb gestoßen, hieß es.
 Tatort war das Wohnzimmer einer Familie (ebenfalls Asylbewerber aus Syrien), bei der die Männer und ein weiterer Gast seit einigen Tagen zu Besuch waren. Ein Ermittlungsrichter erließ nach dieser Schilderung einen Haftbefehl wegen versuchten Mordes. Warum der Mann seinen Bekannten töten wollte, ist derzeit noch unbekannt. Das Motiv, so Klinge, sei nach wie vor unklar. Fakt ist: Das Opfer war dem Tod sehr nahe. Nach Informationen unserer Zeitung wurde auch die Lunge getroffen. Der 34-Jährige schwebte zunächst in Lebensgefahr. Ein Rettungsteam brachte ihn zum Sana-Klinikum nach Hameln. Dort wurde umgehend eine Notoperation durchgeführt. Chirurgen gelang es, den Schwerverletzten zu retten. Das Verbrechensopfer konnte noch nicht befragt werden. Nach Angaben der Hamelner Polizei war es zunächst nicht ansprechbar. Ermittler des für Mord, Totschlag und Sexualdelikte zuständigen 1. Fachkommissariats des Zentralen Kriminaldienstes aus Hameln versuchen derzeit, Licht in das Dunkel zu bringen. Heute wollen sie das Opfer im Krankenhaus befragen.
 Die Polizei hatte durch den Notruf eines Taxi-Fahrers von dem Verbrechen erfahren. Ein Übernachtungsgast der Familie war nach draußen gerannt, hatte das Taxi gesehen und den Kraftfahrer um Hilfe gebeten.



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