weather-image
Polizei geht von Fahrlässigkeit oder Vorsatz aus

Nach Feuer auf Rotenberg: War es Brandstiftung?

AMELGATZEN. Das große Feuer auf dem Rotenberg bei Amelgatzen, das am frühen Sonntagmorgen kurz vor 4 Uhr entdeckt wurde, könnte durch eine vorsätzliche Brandstiftung entstanden sein. Das jedenfalls schließen Ermittler der Polizeiinspektion Hameln/Holzminden zum derzeitigen Zeitpunkt nicht aus. „Es könnte aber auch genauso gut durch Fahrlässigkeit entstanden sein“, sagte Oberkommissar Jens Petersen am Montag.

veröffentlicht am 20.11.2017 um 13:26 Uhr

Ein Holzgebäude ist komplett niedergebrannt. Foto: ube
Ulrich Behmann

Autor

Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite

Noch in der Nacht war bekannt geworden, dass die Wochenend-Hütte in dem 10 mal 25 Meter großen Gebäudeensemble in der Vergangenheit schon des Öfteren von Jugendlichen unbefugt benutzt worden ist. Zeugen haben berichtet, dass vor Ausbruch des Brandes vier bis fünf junge Leute grölend auf der Emmernstraße in Amelgatzen in Richtung Wald gegangen sind. Hütte, Schafstall und Schuppen brannten bis auf die Grundmauern nieder. „Als wir ankamen, war bereits das Ziegeldach eingestürzt“, sagte Ortsbrandmeister Ludolf von Klencke. Polizisten führten Befragungen durch, machten Fotos und sicherten Spuren. Der Fall werde vom 1. Fachkommissariat, das unter anderem für Brandsachen zuständig ist, übernommen, sagte Petersen. Ein technischer Defekt wird ausgeschlossen. „In der Hütte gibt es keinen Strom“, sagte Petersen.

Um herauszufinden, ob es sich um eine fahrlässige Brandstiftung (weggeworfene Zigarettenkippe, heiße Asche oder Funkenflug aus Grill, Ofen etc.) oder um eine Vorsatztat handelt, ist die Polizei (Telefon: 05155/279380) auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen.

Zahlreiche Feuerwehren waren am Sonntagmorgen stundenlang im Einsatz, um das Feuer zu löschen und einen Waldbrand zu verhindern. Unter anderem musste eine 1200 Meter lange Schlauchleitung von der Emmer zur Brandort verlegt werden.

Im Herbst 2013 hatte ein Serienbrandstifter zahlreiche Feuer in den Gemeinden Emmerthal und Aerzen und bei Großenberg gelegt. Die Inspektion gründete seinerzeit die Ermittlungsgruppe „Flamme“, versuchte vergeblich, den Täter zu schnappen, auf dessen Konto 16 Brände gehen sollen. Die Feuer waren in der Zeit vom 3. Oktober bis zum 27. November 2013 in rascher Folge gelegt worden. Dem Serientäter war es stets gelungen, durch das engmaschige Fahndungsnetz der Polizei zu schlüpfen. Zudem war die Spurenlage an den Tatorten sehr dünn. Die Ermittler schlossen seinerzeit nicht aus, dass auch eine Brandserie aus den Jahren 2010/2011 auf das Konto des Feuerteufels ging. Damals hatte es in und rund um Welsede zehnmal gebrannt.

Dafür, dass der Täter von damals erneut aktiv geworden ist, habe die Polizei überhaupt keine Anhaltspunkte, sagte Petersen.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare