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Untergetauchte Terroristen scheiden laut Polizei derzeit als Täter aus

Nach Bankraub in Ottenstein: Soko überprüfte RAF-Spur

Ottenstein. Die Sonderkommission „Burg“, die mit Hochdruck daran arbeitet, den Bankraub von Ottenstein aufzuklären, hat schon zu einem frühen Zeitpunkt überprüft, ob der bewaffnete Überfall von untergetauchten RAF-Terroristen verübt wurde. Entsprechende Informationen der Dewezet bestätigte am Donnerstag die Polizei in Hameln.

veröffentlicht am 12.05.2016 um 15:52 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:16 Uhr

Ulrich Behmann

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Die Ermittler hätten jedoch keine Zusammenhänge ausgemacht, sagte Hauptkommissar Jörn Schedlitzki. Man könne die RAF-Spur zum jetzigen Zeitpunkt ausschließen.

Anfang der Woche war bekannt geworden, dass auch der versuchte Überfall auf einen Geldboten vor einem Supermarkt in Hildesheim auf das Konto von drei Terroristen der sogenannten Rote-Armee-Fraktion gehen soll. In diesem Fall konzentriert sich die Polizei bei der Fahndung nach den Tätern auf die Suche nach den RAF-Leuten Daniela Klette, Ernst-Volker Wilhelm Staub und Burkhard Garweg. Genetische Spuren der drei waren bei missglückten Überfällen auf Geldtransporter in Stuhr bei Bremen und in Wolfsburg vor mehreren Monaten sichergestellt worden. Fest steht, dass es zwischen den drei Taten Parallelen gibt.

Anders in Ottenstein. Dort gingen die Täter am 11. April völlig anders – und untypisch für die RAF – vor. Die Bankräuber waren über eine mitgebrachte Schiebeleiter in das Gebäude gelangt – sie warteten auf die Kassiererin, bedrohten sie mit einer Schusswaffe und zwangen sie zur Herausgabe einer fünfstelligen Summe. Die Verbrecher fesselten die Bankkauffrau danach mit Kabelbindern – die 51-Jährige wurde erst eine Stunde später von einem Kollegen gefunden (wir berichteten).

Die Veröffentlichung von Fotos, die die am Tatort zurückgelassene zweiteilige Euroline-Leiter zeigen, hat die Ermittler nicht weitergebracht. „Wir haben keine Hinweise erhalten“, sagte Schedlitzki. Inzwischen ist fast jeder im Dorf von Soko-Mitgliedern befragt worden. Die Fahnder wissen, dass die Alu-Schiebeleiter nicht aus Ottenstein stammt. Sie wurde 1999 oder im Jahr 2000 bei der Firma Leitern-Kesting in Lemgo-Wiembeck gekauft. Unbekannt ist, von wem.

Auch die Überprüfung von 24 Personen, die Schlüssel für das Bankgebäude haben, hat zu keinem Erfolg geführt. „Wir sind dabei nicht auf eine heiße Spur gestoßen“, berichtet der Hauptkommissar.



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