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Richterin will Prozess nicht platzen lassen

Mordprozess nach 15 Minuten unterbrochen

Hameln/Hildesheim. Der wegen Erkrankung der Vorsitzenden Richterin zunächst unterbrochene Mordprozess gegen Oliver T. (30), der den Hamelner Mahmud Khoder (25) mit einem Messerstich in den Rücken getötet hat, ist am Dienstag fortgesetzt worden. Die Hauptverhandlung dauerte jedoch keine 15 Minuten.

veröffentlicht am 26.04.2016 um 13:22 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:22 Uhr

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Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite

Die Schwurgerichtsvorsitzende deutete an, dass sie immer noch gesundheitlich eingeschränkt ist. Karin Brönstrup wollte den Prozess allerdings deshalb nicht platzen lassen. Das Problem: Hauptverhandlungen dürfen nicht länger als drei Wochen unterbrochen werden – es sei denn, es wurde schon an mindestens zehn Tage verhandelt. Im vorliegenden Fall trifft das nicht zu. Wäre die Richterin nicht in der Lage gewesen, die Verhandlung fortzusetzen, hätte der Fall zum dritten Mal aufgerollt werden müssen. Die Kammer nahm gestern den Beweisantrag des Vertreters der Nebenklage entgegen. Roman von Alvensleben, der den Vater des Getöteten vertritt, möchte, dass der ehemalige Kampfsport-Lehrer des Angeklagten vor Gericht befragt wird. Der Anwalt ist sich sicher, dass der Zeuge dazu beitragen wird, einige Aussagen, die Oliver T. zum Tathergang gemacht hat, zu erschüttern. Der 30-Jährige hatte erklärt, er habe Mahmud Khoder das Messer während eines Kampfes um Leben und Tod entrissen. „Solche Techniken gehörten in dem Studio nicht zur Ausbildung. Außerdem hat Oliver T. dort gar nicht regelmäßig trainiert, weil er nicht immer den Mitgliedsbeitrag bezahlen konnte“, behauptet von Alvensleben.

Auch ein Bodengutachten des Landeskriminalamts wurde gestern verlesen. Es hat aber sicher nur wenig Beweiskraft. An Turnschuhen, die Oliver T. getragen hat, wurden Anhaftungen entdeckt, die von dem Ort stammen könnten, an dem die Leiche versteckt wurde. Diese Erkenntnis wird das Gericht wohl kaum weiterbringen.

Der Prozess soll am 11. Mai um 9 Uhr im Landgericht Hildesheim fortgesetzt werden.



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