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Bluttat an Bahnhofstraße – Hamelner war dem Tod sehr nahe

Mordermittler nehmen zwei Tatverdächtige fest

HAMELN. Ermittler des für Mord und Totschlag zuständigen 1. Fachkommissariats des Zentralen Kriminaldienstes (ZKD) haben am Sonntagnachmittag in Hameln zwei Männer vorläufig festgenommen. Sie stehen im Verdacht, an einem versuchten Tötungsverbrechen beteiligt gewesen zu sein.

veröffentlicht am 04.11.2018 um 18:28 Uhr
aktualisiert am 04.11.2018 um 19:40 Uhr

Tatort Bahnhofstraße in Hameln – nach Angaben der Polizei ereignete sich das brutale Verbrechen in einem kleinen griechischen Imbiss . Foto: ube
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Dabei soll auch ein Messer eingesetzt worden sein. Am frühen Samstagmorgen war ein Mann (43) an der Bahnhofstraße durch mehrere tiefe Stiche in den Oberkörper sehr schwer verletzt worden. Der Hamelner schwebte zunächst in akuter Lebensgefahr. Nach bislang unbestätigten Informationen der Dewezet ist die Klinge unter anderem in Leber und Lunge des Opfers eingedrungen. Das hatte starke innere Blutungen ausgelöst. Chirurgen des Sana-Klinikums gelang es, das Opfer während einer Notoperation zu retten. Am Nachmittag des Tattages teilte die Hamelner Polizei mit, der 43-Jährige sei inzwischen nicht mehr in einem kritischen Zustand. Das ist offenbar allein der ärztlichen Kunst zu verdanken.

ZKD-Ermittler versuchten am Wochenende Licht in das Dunkel zu bringen. Anfangs gab der Fall Rätsel auf, mussten Antworten auf viele offene Fragen gefunden werden. Den Beamten gelang es schließlich, den Tatort ausfindig zu machen – die beinahe tödlichen Stiche seien in einem griechischen Imbiss an der Bahnhofstraße ausgeführt worden, sagte Kriminalhauptkommissar Markus Schwarz, der die Ermittlungen leitet. Beamte des 1. Fachkommissariats und Kriminaltechniker sicherten in dem kleinen Lokal Spuren. Der Druck auf die mutmaßlichen Täter wuchs von Stunde zu Stunde.

Gegen Mittag wussten die Kriminalisten, nach welchen Personen sie suchen mussten. Kurz vor 16 Uhr erschien einer der Männer in der Polizeiwache und fragte scheinheilig nach, ob nach ihm gesucht werde. „Der Fahndungsdruck war einfach zu groß geworden“, meint Schwarz.

Der 25-Jährige wurde vorläufig festgenommen. Der Verdächtige ist in Serbien geboren worden; er lebt in Hameln und hat zwei Staatsangehörigkeiten. Wenig später schnappten die Fahnder auch den mutmaßlichen Mittäter. Dieser Verdächtige ist 21 Jahre alt, wohnt in Hameln, wurde in Deutschland geboren, besitzt aber die türkische Staatsbürgerschaft. Die Hamelner wurden in Gewahrsam genommen, sie sollen am Montag dem Haftrichter vorgeführt werden. Es bestehe der dringende Tatverdacht, dass die Männer an dem Verbrechen beteiligt waren, hieß es.

Die Dewezet erfuhr aus für gewöhnlich gut informierten Kreisen, dass es sich bei dem Kriminalitätsopfer um einen ehemaligen Soldaten handeln soll. Der Deutsche sei vor Jahren in einem Kriegsgebiet gewesen, habe dort vermutlich Dinge erlebt, unter denen er offenbar noch heute leide, hieß es. Polizisten sprechen von einem „alten Bekannten“, denn der Hamelner ist bereits wegen Gewaltdelikten in Erscheinung getreten. Einmal soll er seine Ex-Frau verprügelt und übel zugerichtet haben.

Intensive Ermittlungen ergaben, dass ein Streit „aus einem nichtigen Anlass“ am Samstag kurz nach Mitternacht in dem griechischen Lokal eskaliert sein soll. „Alles deutet darauf hin, dass der 43-Jährige von den Tatverdächtigen angegriffen wurde“, sagte Hauptkommissar Schwarz.

Vermutlich hat das Opfer erst später bemerkt, dass es verwundet ist und stark blutet. „Der Schwerverletzte hat sich gegen 1 Uhr in das Foyer eines Altenpflegeheims an der Vizelinstraße geschleppt und dort um Hilfe gebeten. Der Mann war blutüberströmt“, sagte Oberkommissarin Stephanie Heineking-Kutschera. Ein Mitarbeiter der Einrichtung alarmierte einen Notarzt und den Rettungsdienst der Feuerwehr. Der Deutsche sagte, er sei in einem Restaurant niedergestochen worden. „Weitere Angaben hat er zunächst nicht gemacht“, erzählt die Polizistin. Der Tatort wurde im Bereich Bahnhofstraße/Ecke Deisterstraße vermutet, denn: Ermittler der Tatort-Gruppe hatten bei der Spurensuche eine Blutspur entdeckt, die dort endet.

Unklar war zunächst jedoch, was wann wo geschehen ist – und weshalb. Der Hamelner habe bei einer ersten kurzen Befragung auf der Intensivstation etwas von einem Streit mit einer anderen Person erzählt, er könne aber nicht sagen, ob diese auf ihn eingestochen hat, sagte Oberkommissarin Heineking-Kutschera. Es ist durchaus nicht unüblich, dass Opfer von Messerattacken die Einstiche anfangs nicht bemerken. Überlebende berichten immer wieder, sie hätten nur Faustschläge gespürt.



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