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Wallraff-Bericht auf RTL löst Shitstorm aus – Polizei fährt verstärkt Streife

Morddrohungen gegen Pyrmonter Tierpark-Chef

Bad Pyrmont (HW). Nach der RTL-Sendung „Team Wallraff – Reporter undercover“, die am Montagabend deutschlandweit über die Bildschirme flimmerte, hat es mehr als 50 Morddrohungen gegen den Pyrmonter Tierpark-Chef Linus Kampe gegeben. Die Polizei der Kurstadt ermittel wegen Bedrohung und fährt verstärkt Streife im Bereich des Zoo-Geländes.

veröffentlicht am 02.09.2015 um 17:44 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 11:21 Uhr

Bad Pyrmont (HW). Nach der RTL-Sendung „Team Wallraff – Reporter undercover“, die am Montagabend deutschlandweit über die Bildschirme flimmerte, hat es mehr als 50 Morddrohungen gegen den Pyrmonter Tierpark-Chef Linus Kampe gegeben. Die Polizei der Kurstadt ermittel wegen Bedrohung und fährt verstärkt Streife im Bereich des Zoo-Geländes.
Der Undercover-Journalist Wallraff hatte bereits im Februar eine mit versteckter Kamera agierende junge Frau für eine Woche als Praktikantin in den Zoo eingeschleust und insbesondere das Schimpansen-Gehege ins Visier nehmen lassen. Wallraff beklagte, dass nach dem Tod des Artgenossen „Karlchen“ im vergangenen Winter der Schimpanse „Charly“ ein halbes Jahr lang allein leben musste. Auch wurden das Töten männlicher Minischweine gleich nach der Geburt und die Verwahrlosung der Anlage angeprangert.
Die Reportagesendung hat zu einem heftigen Shitstorm im Internet und zu Aufrufen zur Selbstjustiz geführt. Bei Facebook hat eine eigens gegründete Gruppe zu einer Mahnwache vor dem Tierpark aufgerufen. Klaus Blome (parteilos), Bürgermeister der Kurstadt, spricht von einem großen Imageschaden für den Tierpark und die Stadt Bad Pyrmont.
Kampe hat inzwischen einen Anwalt eingeschaltet, um sich gegen den Kölner Sender juristisch zur Wehr zu setzen. Er bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe entschieden, fühlt sich von Wallraff „vorgeführt“. Auch, weil RTL zwar eine Stellungnahme eingefordert, diese dann aber abgelehnt habe. „Ich wurde sehr unfreundlich, kurz und knapp abgewürgt“, berichtet Kampe von seinem Anruf im Vorfeld der Sendung.
Der Landkreis, der bislang keine Beanstandungen festgestellt hat, will jetzt prüfen, warum getötet wurde und ob die Person zum Töten berechtigt gewesen sei. 



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