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Hauptverhandlung in Hildesheim beginnt Mitte Oktober / Anwalt von Uwe K. will auf Freispruch hinaus

Mord in Lauenau – Prozess wird neu aufgerollt

LAUENAU. Vom 15. Oktober an wird der Mordprozess gegen Uwe K. aus Lauenau vor dem Landgericht Hildesheim neu aufgerollt. Das berichtet Verteidiger Christoph Hessel. „Ziel der Verteidigung ist ein Freispruch“, erklärt der Rechtsanwalt. „Ich bin fest davon überzeugt, dass mein Mandant seine Frau nicht getötet hat.“

veröffentlicht am 24.08.2018 um 13:48 Uhr

Der angeklagte Uwe K. (3. v. li.) hat wieder Hoffnung. Sein Verteidiger Christoph Hessel (2. v. re.) ist von der Unschuld seines Mandanten überzeugt. Foto: rg
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Hessel geht davon aus, dass K‘s frühere Geliebte und ein unbekannter Dritter die Tat begangen haben. Das sei am plausibelsten.

Das Bückeburger Schwurgericht hatte dies anders gesehen. Im Januar 2017 war der Ofenbauer (damals 46) zu elfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden, allerdings wegen Totschlags. Die Kammer glaubte der früheren Geliebten des Handwerksmeisters, die damals am Tatort war, und ging von einer spontanen Tat aus, nicht von einem geplanten Verbrechen.

Nachdem K. die Geliebte an jenem 27. Mai 2015 unbemerkt ins Haus geschleust habe, so hieß es in der mündlichen Urteilsbegründung sinngemäß, soll er seine Frau aus Angst vor Entdeckung mit einem Kantholz niedergeschlagen haben. Nach Überzeugung der Richter hatte Ines K. die Werkstatt betreten, in deren Halbdunkel sich die Nebenbuhlerin versteckt hielt. Nach den Schlägen war das schwer verletzte Opfer mit Müllsäcken erstickt worden.

In der Revision hat der Bundesgerichtshof (BGH) das Urteil zwischenzeitlich aufgehoben. Der BGH war zu dem Schluss gekommen, dass die Bückeburger Richter einen Beweisantrag der Verteidigung mit fehlerhafter Begründung abgelehnt hatten. Um die Aussage der Ex-Geliebten zu erschüttern, hatten Hessel und sein Kollege Dirk Baumann ein Gutachten zu Blutspritzern gefordert. Dies sollte zeigen, „dass die Schilderung des Tatgeschehens durch die Geliebte in zentralen Punkten wesentlich falsch war und nicht zutreffen kann“.

Nicht nur in diesem Punkt verspricht sich Christoph Hessel von dem BGH-Beschluss, „dass die Hildesheimer Richter eine Denk- und Sichtweise einnehmen, insbesondere bei der Bewertung der Aussage der Zeugin, die ihre Bückeburger Kollegen in erster Instanz als irrelevant erachtet haben“.

Durch die Entscheidung des BGH, so Hessel, habe der Angeklagte wieder Hoffnung gefasst. „Seine Frau ist tot, seine berufliche Existenz zurzeit zerstört. Natürlich ist er ungeduldig und will raus. Aber er findet sich mit den Notwendigkeiten ab.“ K. sitzt seit September 2015 in Untersuchungshaft.

Fest steht: Selbst im Fall eines Schuldspruchs wegen Mordes kann keine höhere Strafe herauskommen. Nachdem die Bückeburger Staatsanwaltschaft ihre Revision zurückgezogen hat, gilt das Verschlechterungsverbot. Im Urteil hatte Richter Norbert Kütemeyer der Verteidigung vorgeworfen, Beweisanträge „aus taktischen Gründen häppchenweise nachgeschoben“ zu haben. „Wenn ich so viele Anträge stelle, ist das keine Strategie, sondern Notwendigkeit, die sich hier für mich jeweils auch erst aus den vorangehenden Beschlüssen oder Beweisergebnissen ergab“, sagt Hessel dazu. „Hier soll möglicherweise ein Unschuldiger für etwas büßen, das er nicht getan hat.“ Aus Sicht der Verteidigung sind wesentliche Fragen bisher nicht geklärt. Zum Beispiel sei offengeblieben, was es mit einem Knopf auf sich habe, der unter der Leiche lag. Der Knopf soll zu einer Zirkusuniform gehört haben – die Geliebte war früher Artistin. Außerdem will Hessel wissen, wer jener Mann ist, mit dem die Frau kurz nach der Tat telefoniert haben soll – und den sie „kleiner Bruder“ nannte. Der erste Prozess hatte sich über 41 Verhandlungstage hingezogen. In dieser Zeit stellten die Verteidiger 57 Beweisanträge. Einem Teil ging das Gericht nach.ly



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