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Mord an 30-Jährigem: Wut richtete sich gegen Polizei

Stadthagen. Am Sonntagnachmittag bestätigten Staatsanwaltschaft und Polizei in einer Pressemitteilung, dass der Gesuchte in Oberbayern festgenommen wurde. Er sei nach Zeugenhinweisen in Reit am Winkl kurz vor der österreichischen Grenze gefasst worden. Am Freitagabend richtete sich die Wut der trauernden Großfamilie gegen die Polizeibeamten in Stadthagen. Zahlreiche Streifenwagen wurden daraufhin dort zusammengezogen.

veröffentlicht am 12.03.2018 um 16:37 Uhr

fahndung gepixelt

Zeugen hatten den Wagen des 51-jährigen Hillers gegen 16 Uhr am Sonnabend in der Nähe der Polizeistation des Ortes entdeckt und Alarm geschlagen. Der Daimler war zu diesem Zeitpunkt verlassen. Ein Spezialeinsatzkommando der Bayerischen Polizei nahm den Gesuchten gegen 19.15 Uhr widerstandslos in einem nahegelegenen Hotel fest. Die Beamten stellten das Fluchtfahrzeug sicher. Ein Richter am Amtsgericht Traunstein erließ am Sonntagvormittag auf Antrag der Staatsanwalt Bielefeld Haftbefehl wegen Mordes. Die Ermittlungen der Mordkommission dauern an.

 

Während die Familie des 30-Jährigen Opfers mit libanesischen Wurzeln in den sozialen Netzwerken öffentlich nach dem zweifachen Familienvater gesucht hatte, hielt sich die Ehefrau des Hillers offenbar zurück. Dem Vernehmen nach hatte auch sie eine Vermisstenanzeige bei der Polizei Minden aufgegeben. Der Stadthäger wollte sich mit dem Gesuchten treffen. Seitdem galt er als vermisst.
Am Freitag  fanden Ermittler die Leiche des Stadthägers in einem Gehöft des Hillers, das in unmittelbarer Nähe seines Hauses in Neuenbaum steht. Der Leichnam wird derzeit obduziert. Die Polizisten stießen im überfluteten Keller auf den Toten. Umgehend wurde in Bielefeld eine Mordkommission gegründet, da der Tatort in NRW liegt. Sonnabend dann dieÖffentlichkeitsfahndung, die in den sozialen Netzwerken rasche Verbreitung fand. Fotos, voller Name, Beschreibung des Gesuchten und seines Wagens samt Kennzeichen übten in kurzer Zeit einen gewaltigen Fahndungsdruck aus.

Familie richtet Wut gegen Beamte

Aufregung gab es am Freitagabend auf der Polizeiwache in Stadthagen. Nachdem die Familie des Toten sehr emotional auf die Todesnachricht reagiert hatte, richtete sich ihre Wut offenbar gegen die Beamten. Aus diesem Grund riefen die Polizisten Einsatzkräfte aus dem Umland hinzu. Streifenwagen aus Schaumburg, der Region Hannover sowie Minden fuhren an die Vornhäger Straße, um für eine mögliche Konfrontationgewappnet zu sein. Ein Polizeisprecher bestätigte den Einsatz.

Es blieb allerdings bei den Warnungen vonseiten der Familie. Die Beamten fuhren unverrichteter Dinge wieder zurück in ihre Dienststellen.   Während die Ermittler noch mit Hochdruck nach dem Hiller suchten, hat die Familie des Toten eine drei Tage dauernde Trauerfeier begonnen. Familienmitglieder aus dem Bundesgebiet kommen in Stadthagen zusammen, um dem 30-Jährigen seine letzte Ehre zu erweisen. Der 30-Jährige hinterlässt Frau und zwei Kinder.  vin/geb/r



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