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Freiwillige der Kreisbereitschaft Holzminden kämpfen gegen die Glut im Moor

Moorbrand: Löschen auf heißen Sohlen

BODENWERDER / MEPPEN . Am Tag 23 des verheerenden Flächenbrandes kämpfen wieder mehr als 1500 Feuerwehrleute, THW-Helfer und Soldaten im Moor Seite an Seite gegen das unterirdische Feuer – mittendrin: Freiwillige des Wassertransportzuges der Kreisfeuerwehrbereitschaft Holzminden.

veröffentlicht am 25.09.2018 um 18:23 Uhr
aktualisiert am 25.09.2018 um 19:23 Uhr

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Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Zu der Einheit gehören die Tanklöschfahrzeuge der Feuerwehren Ottenstein, Kirchbrak, Halle, Polle, Grünenplan und Dielmissen, das Mannschaftstransportfahrzeug aus Heyen und ein Einsatzleitwagen aus Grünenplan.

Die Ehrenamtlichen waren am Sonntagabend um 20 Uhr von Kirchbrak aus nach Meppen gefahren (wir berichteten). Der Spezialzug erreichte am frühen Montagmorgen gegen 1.30 Uhr das Kasernengelände der Wehrtechnischen Dienststelle für Munition und Waffen. „Wir haben zunächst beheizte Zelte mit Feldbetten zugewiesen bekommen“, erzählt Bereitschaftsführer Thomas Planke. Die Bundeswehr kümmere sich um die Verpflegung der Einsatzkräfte.

Die Holzmindener blieben zunächst in Alarmbereitschaft. Nach einer Lagebesprechung im Katastrophenschutzstab sei den Feuerwehrleuten aus dem Landkreis Holzminden gegen 17 Uhr ein Einsatzabschnitt auf dem größten Schießplatz in Westeuropa zugeteilt worden, sagt Planke. Die Helfer mussten ein Waldgebiet schützen. Die Aufgabe bestand darin, aufflammende Glutnester zu erkennen und rasch abzulöschen. Die Einsatzkräfte hätten die ganze Nacht in verschiedenen Sektoren mit ihren geländegängigen Tanklöschfahrzeugen Kontrollfahrten gemacht, um schnell eingreifen zu können, berichtet Zugführer Thomas Schulze.

3 Bilder
Bereitschaftsführer Thomas Planke lässt Schläuche im Moor verlegen. Eine Leiter dient als Brücke. Foto: Feuerwehr

Das Feuer brennt unter der Erde – die Glut frisst sich durch staubtrockene Torfschichten und ist deshalb schwer zu löschen. „Es ist unglaublich“, sagt Bereitschaftsführer Planke. „Du gehst in einen grünen Wald hinein, siehst kein Feuer. Es qualmt nur hier und da ein wenig. Dann schiebst du mit dem Schuh Gras und Erde zur Seite – Sekunden später sind Flammen zu sehen.“ In der Nähe von Bunker 12000, wo bereits die Kreisfeuerwehrbereitschaft Ost aus Hameln-Pyrmont im Einsatz war, betreiben die Holzmindener eine Wassertankstelle. „Wir fördern Wasser aus einem Tiefbrunnen und befüllen die Tanklöschfahrzeuge“, erklärt der stellvertretende Kreisbrandmeister Jens Heinemeyer..

Aus Sicht der Bundeswehr ist „die Lage weiter stabil und das Feuer unter Kontrolle“. In der fünften Nacht in Folge sei die Situation ruhig“, hieß es am Dienstag. „Es gab keine bestätigten oberirdischen Feuer“, meldet der Gefechtsstand auf dem Gelände der WTD 91, der von Oberst im Generalstab Thomas Groeters geleitet wird. Der Kommandeur des Spezialpionierregiments 164 aus Husum ist Gesamtkoordinator des Großeinsatzes. Gemeinsam mit Andreas Sagurna, Direktor des Zentrums Brandschutz der Bundeswehr in Sonthofen, leitet er die Operation Moorbrand.

Die am Samstag von einem Tornado-Aufklärungsflugzeug der Luftwaffe gemachten und übereinandergelegten Fotos zeigen den für das menschliche Auge sichtbaren, aber auch den unsichtbaren Moorbrand. Zu sehen ist die östliche Moorkante - die Entfernung zur

Das Heer unterstützt: 262 Soldaten vom Panzerpionierbataillon 803 aus Havelberg, vom Panzergrenadierbataillon 411 und vom Panzeraufklärungsbataillon 6 aus Holstein helfen den zivilen Einsatzkräften. Mit schwerem Gerät werden mobile Panzerstraßen verlegt und ausgefahrene Waldwege mit Schotter aufgefüllt, damit Löschfahrzeuge freie Fahrt haben. Die Luftwaffe ist mit einem großen Transporthubschrauber im Löscheinsatz – und die Besatzung eines Tornado-Kampfflugzeuges fertigte – wie schon am Samstag – auch am Dienstag elektrooptische Fotos und Infrarot-Luftbilder an.

Die Arbeit auf dem Testgelände ist offenbar nicht ungefährlich. Dort liegen Blindgänger. Die Bundeswehr teilte am Dienstag mit, es seien Kampfmittel gefunden worden. Zunächst war geplant worden, mehrere gezielte Sprengungen durchzuführen. Das Vorhaben wurde wenig später verworfen.

Der am Sonntagnachmittag in Alarmbereitschaft versetzte Wassertransportzug der Kreisfeuerwehr-Bereitschaft West aus dem Landkreis Hameln-Pyrmont wird vorerst nicht ins Emsland fahren. Kreisbrandmeister Frank Wöbbecke teilte am Dienstagvormittag mit, der Regierungsbrandmeister habe ihm soeben mitgeteilt, dass eine Anforderung des Zuges unwahrscheinlich geworden ist.

Nach wie vor im Einsatz: THW-Logistiker – die Freiwilligen kommen aus Holzminden, Hameln, Rinteln, Springe, Bückeburg und Stadthagen.



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