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Spektakuläre Polizeiaktion vor Amtsgericht

Mit gezogenen Waffen: Fahnder stoppen Pkw in Hameln

HAMELN. Filmreife Polizeiaktion in Hameln - Fahnder haben am Mittwochnachmittag gegen 16.15 Uhr auf dem Zehnthof in Höhe des Amtsgerichts einen mit drei Personen besetzten schwarzen Audi A3 gestoppt. Der Beifahrer des Wagens soll eine halbe Stunde zuvor auf der Landesstraße 432 bei Grupenhagen einen Autofahrer (42) aus Hameln mit einer Schusswaffe bedroht haben - während eines Überholvorgangs.

veröffentlicht am 08.02.2018 um 12:13 Uhr
aktualisiert am 08.02.2018 um 18:23 Uhr

Sichergestellt: Gaskartuschen, Diabolos (Bleiprojektile) und eine Gasdruck-Pistole. Foto: Polizei
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Da zunächst unklar war, wer in dem Fahrzeug sitzt und wie gefährlich die Insassen sind, zogen die Beamten ihre Waffen und forderten den Fahrer und die Mitfahrer aus sicherer Entfernung per Megaphon auf, den Audi nacheinander und mit erhobenen Händen zu verlassen. Aus dem Wagen seien der 18 Jahre alte Fahrer, ein Mädchen (15) und ein Junge (15) ausgestiegen, sagte Hauptkommissar Jens Petersen. Der Jugendliche habe auf dem Beifahrersitz gesessen. Er steht im Verdacht, während der Fahrt mit der Schusswaffe herumgefuchtelt zu haben.

Nach Angaben des Zeugen soll der 15-Jährige aus dem Kreis Lippe die Pistole durch das geöffnete Seitenfenster in die Luft gehalten haben. Der Mann hatte sich bedroht gefühlt und die Polizei informiert. Der Minderjährige wurde gefesselt und abgeführt. Die jungen Leute seien in Gewahrsam genommen worden, sagte Petersen.

Polizisten durchsuchten das Trio und den Audi – sie konnten jedoch keine Waffe finden. Man habe intensive Ermittlungen angestellt und Vernehmungen durchgeführt, hieß es. „Das Trio hat schließlich zugegeben, dass sich eine Schusswaffe im Auto befunden hat und dass diese aus dem Wagen heraus gezeigt wurde“, sagte der Hauptkommissar.

Die Pistole hatten die jungen Leute an einem Feldweg in der Nähe von Aerzen unter einem Strommasten versteckt. Ermittler suchten den Ort auf und konnten dort neben Gaskartuschen und Diabolos (Bleiprojektile), eine Gasdruck-Pistole auffinden. Die Waffe wurde beschlagnahmt.

Der 15-Jährige muss sich nun wegen einer Bedrohungsstraftat und wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz verantworten.

Information

Stichwort Gaspistole

Reizstoff-, Schreckschuss- und Signalschusswaffen gehören nicht in die Hände von Kindern und Jugendlichen. Erst im Alter von 18 darf man sie kaufen und besitzen. „Es ist aber lediglich erlaubt, mit diesen Waffen zu Hause auf dem eigenen Grundstück umzugehen“, stellt Hauptkommissar Jörn Schedlitzki klar. Dort könne man damit auch schießen, sofern dadurch niemand bedroht, gefährdet oder belästigt würde. Die Waffen müssen ein PTB-Zeichen im Kreis haben (PTB = Physikalisch-Technische Bundesanstalt). Wer Schreckschuss- oder Gaswaffen „in der Öffentlichkeit führen“ möchte, muss einen triftigen Grund dafür haben. Dafür benötigt man einen Kleinen Waffenschein. Die Waffenbehörden prüfen vor Erteilung des Dokuments allerdings die Zuverlässigkeit desjenigen, der eine solche Waffe bei sich tragen möchte. „Alkoholsucht oder Vorstrafen wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz und Körperverletzungsdelikten sind Ausschlusskriterien“, sagt Experte Schedlitzki. Stets gilt: Auch eine nicht scharfe Schusswaffe muss vor einem unbefugten Zugriff geschützt und in einem abschließbaren Schrank aufbewahrt werden.

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