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39-Jähriger wird wegen Diebstahls mit Waffen zu Bewährungsstrafe verurteilt

Mit Bajonett eine Axt gestohlen

SPRINGE. Weil er in einem Baumarkt eine Axt gestohlen hat, musste sich jetzt ein 39-Jähriger am Springer Amtsgericht verantworten. Bei der Tat trug der Mann eine Pistole mit Platzpatronen sowie ein rostiges Bajonett am Gürtel bei sich. Wegen Diebstahls mit Waffen verurteilte die Richterin den Mann zu einer siebenmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung.

veröffentlicht am 26.06.2017 um 17:26 Uhr

Foto: dpa

Autor:

Anne Brinkmann-Thies
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„Ich habe diese Axt gesehen und wollte sie unbedingt haben“, berichtete der Angeklagte. Dass er in diesem Moment Waffen bei sich trug, sei ihm nicht bewusst gewesen. Für ihn sei das normal, erklärte der Mann, der nach eigenen Angaben häufig im Wald unterwegs ist und gelegentlich auch in freier Wildbahn übernachtet.

Erwischt wurde der 39-Jährige, der nicht in Springe lebt, bei der Tat ausgerechnet von einem eigenen Verwandten. „Ich bereue, was ich gemacht habe“, erklärte er. „Das war hohl und dumm“. Denn tatsächlich hatte er bei seiner Tat mehr als 50 Euro in der Tasche. Die Axt im Wert von rund 35 Euro hätte er also tatsächlich bezahlen können- Später fand die Polizei an dem Fahrrad, mit dem er zum Baumarkt gefahren war, einen Speer mit einem Dolch als Spitze. Diese Waffe war mit einem Gummiband am Rad befestigt.

„Der Dolch ist so stumpf, dass nicht mal ein Stück Käse davor Angst hat“, sagte der 39-Jährige. Und den Speer benötige er, wenn er Fische fange. Dann diene er ihm quasi als Sicherung im Flussgrund.

Nach eigenen Angaben leidet der Mann – bedingt durch Kriegseinsätze – unter einer posttraumatischen Belastungsstörung. Durch medikamentöse Behandlungen sei er in eine Abhängigkeit geraten und werde jetzt substituiert. Nach wie vor könne er es aber nur schwer in geschlossenen Räumen aushalten, erklärte er.

Genau das musste er nun aber bis zur jetzigen Verhandlung ertragen. Drei Wochen lang verbrachte der Mann nämlich in sogenannter Hauptverhandlungshaft, weil er beim letzten Prozess-Termin nicht vor Gericht erschienen war.

Seinen Diebstahl bereue er, sagte der einschlägig vorbestrafte Mann. Und mit den mitgeführten Waffen habe er niemanden erschrecken wollen. „Für mich ist das völlig normal, wie ein Taschenmesser“, sagte er mit Blick auf das Bajonett, eine Stichwaffe. Er habe dieses Bajonett von seinem Opa geerbt, erzählte er.

Wegen mehrfachen Schwarzfahrens muss sich der 39-Jährige demnächst wieder vor einem Richter verantworten. „Wenn ich Geld habe, dann kaufe ich ja auch Fahrkarten“, verteidigte sich der Mann, von der Strafrichterin auf diese Vergehen angesprochen. „Fahren Sie mit dem Fahrrad, wenn Sie kein Geld haben, das machen andere auch“, sagte die Richterin.

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