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Dauercamper (56) laut Polizei für „Vielzahl von Taten“ verantwortlich

Missbrauch im Wohnwagen?

ELBRINXEN. So idyllisch der mutmaßliche Tatort, so monströs erscheint der Verdacht: Die Staatsanwaltschaft Detmold beschuldigt einen 56 Jahre alten Mann, der jahrzehntelang als Dauercamper im Lügder Ortsteil Elbrinxen lebte, sowie zwei weitere Männer des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern.

veröffentlicht am 29.01.2019 um 15:02 Uhr
aktualisiert am 29.01.2019 um 21:10 Uhr

Die Polizei hat das Grundstück abgesperrt, auf dem der Verdächtige 30 Jahre lang lebte. Der 56-Jährige sitzt seit Ende November wegen des Verdachts des schweren Kindesmissbrauchs in Untersuchungshaft. Die Ermittler sprechen von einer „Vielzahl von Ta
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Der Camper soll über mehrere Jahre hinweg bis zu 20 Kinder im Alter zwischen vier und 13 Jahren schwer sexuell missbraucht haben. In einer Meldung der Polizei Lippe war am Dienstag von einer „Vielzahl von Taten“ die Rede.

Bei einem der betroffenen Kinder soll es sich nach Recherchen des WDR um ein heute acht Jahre altes Mädchen handeln. Die Kleine lebte wohl seit mehr als zwei Jahren als Pflegekind bei dem Mann. Ihre Mutter, eine Frau aus dem Landkreis Hameln-Pyrmont, soll sie in seine Obhut gegeben haben. „Dem Anschein nach hat er sich gut um das Kind gekümmert“, sagt Campingplatz-Betreiber Frank Schäfsmeier. Der Verdacht gegen den Camper macht ihn fassungslos – und wütend auf den Beschuldigten. „Da fehlen einem die Worte.“

Was der Elbrinxer erst jetzt erfuhr: Schon 2016 soll es zwei Anzeigen besorgter Eltern gegen den Mann gegeben haben. Den Verdacht der Kindeswohlgefährdung sahen jedoch angeblich weder Jugendamt noch Polizei bestätigt. So verhinderten offenbar weder die beiden Anzeigen noch die ungewöhnliche Wohnsituation des Campers, dass das Jugendamt seiner Einsetzung als Pflegeperson zustimmte.

Der Mann war vor 30 Jahren mit seinen Eltern auf den Elbrinxer Campingplatz gezogen. Nach ihrem Tod blieb er dort wohnen. Augenfällig ist, dass es ihm offenbar nicht gelang, auf dem von ihm angemieteten Areal Ordnung zu halten. Immer, wenn es zuviel wurde, habe er ihn darauf angesprochen, sagt Campingplatz-Chef Schäfsmeier. Doch aus dem Aufräumen wurde nichts. „Er hat dann einen weiteren Bretterverschlag davor gebaut.“ Der Effekt: Die Bretterbuden-Optik ist ein Fremdkörper auf dem Platz. Inzwischen weht drumherum rot-weißes Flatterband samt der Aufschrift „Polizeiabsperrung“.

Ende November 2018 wurde der 56-Jährige festgenommen. Er sitzt in Untersuchungshaft. Seitdem ermittelt die Polizei.

Das Pflegekind war ihm bereits einige Wochen zuvor weggenommen worden. Das Jugendamt holte das Mädchen ab, als es mit seinem Ziehvater beim Kinderturnen war.

Die Ermittler haben seither international recherchiert. Denn der naturnah und gleich gegenüber dem örtlichen Freibad gelegene Campingplatz ist auch bei Gästen aus den Niederlanden und Dänemark beliebt. Nicht auszuschließen, dass der Beschuldigte auch deren Kindern etwas tat.

Wie der Fall nun ans Licht kam und welche Rolle die beiden anderen Beschuldigten spielen, war am Dienstag noch nicht bekannt.

Einzelheiten zum Ermittlungsstand wollen Staatsanwaltschaft und Polizei heute bei einer Pressekonferenz in Detmold bekanntgeben.



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