weather-image
Alle Rettungsversuche sind bislang gescheitert / Feuerwehr muss Einsatz abbrechen

Miauen aus dem Untergrund – Kater Balou steckt fest

COPPENBRÜGGE. Kater Balou steckt fest – in einem engen, dunklen, feuchten Rohr, unter der Erde. Seit Sonntag schon. Alle Rettungsversuche sind bislang fehlgeschlagen. Die 15 Freiwilligen der Feuerwehr Coppenbrügge haben ihren Einsatz am Montagabend schweren Herzens abbrechen müssen.

veröffentlicht am 10.04.2018 um 14:26 Uhr
aktualisiert am 10.04.2018 um 19:18 Uhr

Seit Sonntag steckt Kater Balou in einem Drainagerohr fest. Foto: pr
Ulrich Behmann

Autor

Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Nach knapp zweieinhalb Stunden. Am Dienstagmorgen gelang es Gabriele Bruns (55), ihren Liebling mit der Hand zu streicheln. Sie hatte ihre Hand oberhalb des Felsenkellers in ein Drainagerohr gesteckt und Balous Köpfchen zu fassen bekommen. „Ich habe ihm leider nicht aus dem Rohr helfen können“, sagt sie. Die Katzen-Halterin ist sehr traurig. Sie ist mit ihren Gedanken bei Balou, überlegt, wie sie den anderthalbjährigen Kater befreien kann. Ein Hundetrainer gab ihr den Tipp, Balous Lieblingsfutter am Auslauf des Regenwasserkanals aufzustellen. Der Geruch würde ihn anlocken – so jedenfalls die Hoffnung. Doch wird Balou das Nassfutter überhaupt riechen können? Die Stelle, an der er festsitzt, ist etwa 275 Meter von dem Ort entfernt, an dem der Napf aufgestellt werden kann.

Am Freitag war Gabriele Bruns nach Feierabend zum Campingplatz nach Coppenbrügge gefahren, um dort das Wochenende zu verbringen. Kater Balou dürfte sich am Sonntag nach dem Frühstück für den Kanal interessiert haben – warum auch immer. Er kroch hinein – und kam nicht mehr heraus. Sein Frauchen suchte verzweifelt nach ihm, konnte ihn aber zunächst nicht aufspüren. Am Montagnachmittag hörte sie zwischen dem Felsenkeller-Restaurant und der Badeanstalt Balous Miauen.

Es kam aus dem Untergrund. Die Feuerwehr wurde um Hilfe gebeten. Die Tierretter fuhren mit drei Fahrzeugen zum Einsatzort. „Wir haben vergeblich versucht, an das Tier heranzukommen“, erzählt der stellvertretende Gemeindebrandmeister Cord Pieper. „Um dem Kater zu helfen, haben wir zunächst an der Straße das Gitter einer Fahrbahn-Entwässerungsrinne geöffnet. Leider hat sich die Katze auf den Weg in die andere Richtung gemacht.“ Die Freiwilligen gaben nicht auf, sie ließen nichts unversucht. Sie öffneten einen Gullyschacht, ein Helfer kletterte hinein. Sie ließen etwas Wasser aus dem Tanklöschfahrzeug in das Drainagerohr laufen, um festzustellen, in welchen Kanal es mündet und wo das Rohr endet. Sie schoben vorsichtig ein Stahlseil in die dunkle Öffnung, um den Kater zu bewegen, in Richtung Auslauf zu kriechen – alles klappte nicht.

Installateur-Meister Marc Stichnothe rückte mit einer Kanalkamera an. Die Feuerwehr warf ein Aggregat an, lieferte Strom für die Kamera. „Das Kabel ist leider nur 20 Meter lang“, erzählt Pieper. „Aber immerhin: Wir konnten den Stubentiger auf dem Monitor sehen.“

Am Dienstagmittag gelang es Gabriele Bruns, dem Kater in die Augen zu schauen – sie bat die Gemeindeverwaltung in Coppenbrügge um Hilfe. Sofort fuhren zwei Mitarbeiter des Bauhofes mit schwerem Gerät zum Felsenkeller. Mit einem elektrischen Stemmmeißel wurde Beton entfernt, das Rohr freigelegt und aufgeschnitten. Doch Balou ließ sich nicht mehr sehen.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt