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Mutter von drei Kindern schwer verletzt / Fahnder schnappen Tatverdächtigen – auch er liegt im Krankenhaus

Messerattacke in Rohrsen – Hamelner sticht auf Ex-Partnerin ein

ROHRSEN. Im Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses an der „Alten Heerstraße“ hat sich am Montagabend gegen 19.30 Uhr ein Gewaltverbrechen ereignet. Ein 22 Jahre alter Mann aus Hameln steht im Verdacht, mehrfach – vermutlich mit einem Messer – auf seine Ex-Lebensgefährtin (30) eingestochen zu haben. Die Schwerverletzte konnte Ermittlern der Tatort-Gruppe noch mitteilen, dass ihr der Tatverdächtige draußen aufgelauert habe, obwohl ein Gericht gegen den Mann bereits vor geraumer Zeit ein Annäherungsverbot ausgesprochen hatte.

veröffentlicht am 14.08.2018 um 12:09 Uhr
aktualisiert am 14.08.2018 um 15:20 Uhr

Der Tatort an der Alten Heerstraße – im Treppenhaus dieses Hauses stach der Täter zu. Foto: ube
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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.Die Mutter von drei Kindern wurde noch am Tatort von einem Notarztteam behandelt und in ein Krankenhaus eingeliefert. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Hannover und der Polizeiinspektion Hameln/Holzminden hat der Täter dem Opfer „mehrere Stiche am Arm und am Oberkörper“ zugefügt. Mit der Frau soll der Tatverdächtige einen gemeinsamen kleinen Sohn haben. Zeugen sagten der Dewezet, der 22-Jährige habe sich nicht an die gerichtliche Anordnung gehalten. In der Vergangenheit sei er mehrmals zu dem Haus gekommen, um mit der Frau zu sprechen. Bereits am 15. Juli soll der Verdächtige eine Glasscheibe der Haustür zertrümmert haben.

Um die Mieterin zu schützen, hatte der Vermieter nach Informationen der Dewezet gegen den Hamelner zusätzlich ein Haus- und Grundstücksbetretungsverbot ausgesprochen. Auch das soll er ignoriert haben. Bei dem Tatverdächtigen soll es sich um einen Deutsch-Türken, der in Hildesheim geboren wurde, handeln.

Das Opfer ist Deutsche. Der Fall weise gewisse Parallelen zu dem Mordversuch an Kader K. auf, heißt es. Er sei allerdings nicht dermaßen brutal ausgeführt worden. Der Tatverdächtige konnte von Fahndern in einer Seitenstraße aufgespürt werden. Da er blutende Wunden aufwies, die er sich „beim gewaltsamen Eindringen in das Haus“ zugezogen haben dürfte, wurde der junge Mann mit einem Rettungswagen in eine Klinik gebracht. Offenbar sind seine Verletzungen nicht leicht. Der Hamelner habe stationär aufgenommen werden müssen, sagte Polizeihauptkommissar Jens Petersen. Er werde die ganze Zeit über von Polizisten bewacht. Es bestehe der Verdacht, dass der 22-Jährige unter dem Einfluss von Rauschmitteln stand. Deshalb sei ihm eine Blutprobe entnommen worden.

Zuvor soll er eine Glasscheibe der Haustür zertrümmert haben. Foto: ube
  • Zuvor soll er eine Glasscheibe der Haustür zertrümmert haben. Foto: ube
Tatort Alte Heerstraße in Rohrsen. Hier geschah die Tat. Foto: ube
  • Tatort Alte Heerstraße in Rohrsen. Hier geschah die Tat. Foto: ube

Das für Mord und Totschlag zuständige 1. Fachkommissariat des Zentralen Kriminaldienstes in Hameln hat die Ermittlungen in diesem Fall übernommen. Noch am späten Montagabend hielten die Beamten Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Hannover. Die Ermittlungsbehörde wertet die Tat als versuchtes Tötungsdelikt. Polizisten sprachen gegenüber dem Verdächtigen am Dienstag kurz nach Mitternacht im Krankenhaus eine vorläufige Festnahme aus.

Anwohner des Hauses an der Alten Heerstraße hatten gegen halb acht eine lautstarke Auseinandersetzung zwischen einer Frau und einem Mann und ein Scheppern gehört. „Das war so, als wäre etwas zu Boden gefallen“. Wenig später stellten die Bewohner fest, dass die Frau, die in dem Haus wohnt, verletzt war. Auf der Treppe war eine Blutspur zu sehen. „Das Opfer wies vor allem Verletzungen am Oberkörper auf“, sagte Petersen. Ermittler der Tatort-Gruppe hätten den Schauplatz des Verbrechens als Erste erreicht und ganz kurz mit dem schwer verletzten Opfer sprechen können. Die Schwerverletzte hatte sich nach der Tat die Treppen hochgeschleppt und war in ihre Wohnung geflüchtet. Notarzt und Notfallsanitäter versorgten kurze Zeit später die Stichwunden.

Im Treppenhaus, an der Hauswand und auf einem Abtreter fanden die Beamten Blutspritzer. Eine Scheibe der Haustür war zersplittert. Auch daran befand sich Blut – es dürfte vom Täter stammen. Die 30-Jährige hatte ihre Wohnung nur kurz verlassen, um ihr Auto umzuparken. Der Hamelner soll seiner Ex-Partnerin in das Haus gefolgt sein. Er habe dabei eine Scheibe eingeschlagen, sagte Petersen. Dann stach er mehrmals zu. Anschließend flüchtete der Verdächtige vom Tatort. Nach ihm wurde mit allen verfügbaren Streifenwagen gefahndet. Kurze Zeit später wurde er an der Rohrser Warte entdeckt. Das Opfer sei zwar schwer verletzt worden. Es schwebe aber nicht in Lebensgefahr, sagte Petersen am Dienstag.



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