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Wegen Stromausfalls drohte Brand bei Schwering & Hasse / Zweiter Vorfall in diesem Jahr

Maschinen liefen heiß

LÜGDE. Feuerwehr- und Polizei-Einsatz bei der Firma Schwering & Hasse an der Pyrmonter Straße: Gegen 20 Uhr schlugen am Mittwoch die Brandmelder wegen einer Rauchentwicklung an, einige Maschinen in der Industrieanlage hatten sich überhitzt. Um einen drohenden Brand zu verhindern, musste die Feuerwehr bei dem Elektrodrahthersteller anrücken und die betroffenen Anlagen mit Kohlenstoffdioxid-Feuerlöschern abkühlen.

veröffentlicht am 10.08.2017 um 17:32 Uhr
aktualisiert am 10.08.2017 um 18:50 Uhr

Blick auf den überhitzten Produktionsturm der Elektrodrahtfabrik Schwering & Hasse. Foto: jl
Jens Spickermann

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Der Grund für den Zwischenfall war offensichtlich: Wegen eines Stromausfalls hatten die elektrisch betriebenen Kühlvorrichtungen versagt, die die Temperatur der Öfen für die Drahtproduktion regulieren sollen. In der Folge überhitzten sich die Anlagen gefährlich, in denen regulär eine Temperatur von 500 bis 600 Grad Celsius herrscht, und es entwickelte sich der Qualm, der Feuerwehr und Polizei auf den Plan rief. „Der primäre Fokus war, dass alle Mitarbeiter sicher sind“, sagt Dr. Andreas Levermann, Geschäftsführer der Firma. Das interne Notfallmanagement, das regelmäßig zusammen mit der Feuerwehr trainiert werde, habe gut funktioniert. Glücklicherweise bestand für die herbeigerufenen Rettungskräfte kein Bedarf. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand.

Es war nicht der erste Zwischenfall dieser Art bei Schwering & Hasse: Schon am 10. April dieses Jahres musste die Feuerwehr anrücken. Die Situation war die gleiche: Überhitzung der Öfen wegen eines Stromausfalls.

Beim vorgestrigen Vorfall habe es vermutlich einen Fehler im Umspannwerk Harzberg gegeben, erklärte Levermann. Die Erforschung der Ursachen dauere aber noch an. Der zuständige Netzbetreiber, das Westfalen Weser Netz, macht hingegen eine Leitung des Drahtfabrikanten verantwortlich: „Das Kabel, das defekt war, gehört der Firma“, sagt Pressesprecherin Maria Pottmeier-Rath. Man hätte darüber auch schon mit dem zuständigen Meister von Schwering & Hasse gesprochen. 13 Jahre lang sei die defekte Stromleitung unauffällig gewesen, hätte der Meister mitgeteilt. Nun habe es aber in diesem Jahr gleich zwei Zwischenfälle gegeben.

Um 19.44 Uhr sei der Strom in der Industrieanlage ausgefallen, weiß Pottmeier-Rath. Die Feuerwehr gibt den Zeitpunkt der Alarmmeldung mit 20 Uhr an. Nur wenige Minuten dauerte es also, bis es in den Maschinen zur Rauchentwicklung kam.

Durch ein Notstromaggregat könne man die Kühlung nicht betreiben, sagt Levermann, das funktioniere nicht. Die Firma ist also stets darauf angewiesen, dass die Stromversorgung der Industrieanlage nicht abbricht.

Sollte es wirklich einmal zu einem Brand kommen, könnte es schnell heikel werden, denn unweit des Produktionsturms befindet sich das Lacklager der Firma.

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