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Großer Polizeieinsatz in Oldendorf / Beamte umstellen Wohnhaus

Mann droht mit Axt – SEK stürmt Haus

OLDENDORF. Ein offenbar psychisch kranker Mann hat am Dienstag stundenlang die Polizei in Atem gehalten. Der Oldendorfer hatte nach Angaben der Polizei gedroht, mit einer Axt zuzuschlagen, falls sich jemand dem Haus nähern sollte. Spezialkräfte der Polizei konnten den Mann am Nachmittag überwältigen und festsetzen.

veröffentlicht am 04.12.2018 um 19:11 Uhr
aktualisiert am 10.12.2018 um 19:12 Uhr

Beamte einer SEK-Einheit bereiten sich auf ihren Einsatz vor. Foto: fn
Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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Spätestens um 12 Uhr war es an der Bahnhofstraße mit der sonst üblichen Beschaulichkeit vorbei. Dutzende Streifenwagen, Zivilfahrzeuge der Polizei und drei Rettungswagen waren vorgefahren. Die Straße war komplett abgeriegelt. Anwohner gelangten nicht mehr zu ihren Häusern. Linienbusse mussten Umleitungen fahren. Polizeibeamte trugen schusssichere Westen, einige Einsatzkräfte hatten Maschinenpistolen über der Schulter hängen. Die Beamten hatten ein Wohnhaus im Blick, in das sich der gesuchte Mann zurückgezogen hatte.

Gegen 11 Uhr war es im Haus zu Streitigkeiten zwischen dem Oldendorfer und seiner Mutter gekommen, teilte Polizeisprecherin Stephanie Heineking-Kutschera mit. Bei der Auseinandersetzung soll die 46 Jahre alte Frau leicht verletzt worden sein. Ein weiterer Sohn habe daraufhin die Polizei angerufen, so die Sprecherin. Die Oldendorferin habe das Haus verlassen können, hieß es von der Polizei.

Als zwei Streifenwagen anrückten, standen die Mutter sowie zwei Brüder des Oldendorfers vor dem Wohnhaus. Der Mann selbst war aber noch im Gebäude. Als ein Streifenbeamter durch ein Fenster schaute, wurde der Polizist von dem 26-Jährigen entdeckt. Der junge Mann habe daraufhin angefangen zu schreien und eine Axt zu schwingen, erzählte der Beamte. Ernsthaft bedroht gefühlt habe er sich dadurch nicht , meinte der Kommissar. Die Streife ließ Verstärkung anrücken, zog sich vorerst zurück.

Gegen 12.30 Uhr rückte ein Spezialeinsatzkommando an. Die maskierten und schwer bewaffneten Kräfte wurden kurz in die Lage eingewiesen. Der Mann war hin und wieder hinter einer Haustür zu sehen. Wenig später rückten die SEK-Beamten vor und verteilten sich um das Wohnhaus . Ein Zugriff erfolgte noch nicht.

Während das Haus in Oldendorf umstellt war, wurde in den Kommissariaten hinter den Kulissen akribisch gearbeitet. Die Einsatzleitung forderte eine Dolmetscherin an. Offenbar sprach der mutmaßliche Täter kein Deutsch. Zeitgleich versuchten die Beamten, an eine Grundrisszeichnung vom Gebäude zu gelangen. Vermutlich sollten die Einsatzkräfte vor einem möglichen Zugriff durch Skizzen Kenntnis von den Räumlichkeiten erhalten.

Um 14 Uhr versuchten die Beamten, telefonisch Kontakt mit dem Oldendorfer aufzunehmen. Doch der ließ nicht mit sich reden. Auch ein zweiter Anruf brachte nichts ein. Gegen 14.30 Uhr ging es dann ganz schnell. Mehrere SEK-Kräfte marschierten zur Haustür. Ein Beamter redete kurz auf den Mann ein. Dann griffen seine Kollegen zu: Der Mann wurde überwältigt. Er wurde anschließend mit Rettungswagen in eine Klinik nach Hildesheim gefahren, sagte die Inspektionssprecherin. Wie ernst die Polizei die Lage einschätzte, zeigt die Anzahl der eingesetzten Beamten. Insgesamt seien 43 Polizeibeamte vor Ort gewesen, sagte Heineking-Kutschera. Darunter befanden sich neben den SEK-Kräften Polizeibeamte aus Hameln und Bad Münder sowie aus der Polizeiinspektion Hildesheim.



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