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Polizei setzt Hunde ein / Auto zweimal gestoppt

Männer-Gruppe sorgt bei Fuhlener Kirmes für Ärger

FUHLEN. Jubel, Trubel, Heiterkeit – das wünschen sich Veranstalter für gewöhnlich. Doch manchmal wird die Stimmung getrübt – vor allem dann, wenn ungebetene Gäste über die Stränge schlagen und Polizeieinsätze auslösen. So geschehen am Festplatz in Fuhlen. Nach Angaben von Hauptkommissar Jens Petersen kam es am Samstag zu diversen Vorfällen, die sechs Strafverfahren nach sich ziehen werden.

veröffentlicht am 06.08.2018 um 13:31 Uhr

Foto: Bilderbox
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite

An der Echternstraße fand am Wochenende bekanntlich die traditionelle Kirmesveranstaltung statt. Unter den Gästen befand sich laut Polizei auch eine elfköpfige Personengruppe mit Männern aus dem Baltikum, die teilweise ihre derzeitigen Wohnsitze in angrenzenden Landkreisen haben, unter anderem in Rinteln. Der Sicherheitsdienst habe mit der Gruppe bereits im Vorjahr Bekanntschaft gemacht, sagte Petersen. Die Männer aus Litauen sollen durch aggressives Verhalten aufgefallen sein.

Am Samstagabend gegen 22.30 Uhr wollte der Veranstaltungssicherheitsdienst sein Hausrecht durchsetzen und bat die Polizei um Hilfe. Gegen die Personengruppe sollte ein ausgesprochener Platzverweis durchgesetzt werden. Erst im Beisein der Polizei, die zum Teil mit Diensthunden angerückt war, die Alkoholisierten zögerlich dem Platzverweis nach. „Um zu überprüfen, ob sich die Gruppe tatsächlich vom Festgelände fernhält, fuhren Streifenwagen-Besatzungen den Nahbereich des Veranstaltungsplatzes ab. Dabei kam Kollegen ein mit sieben Personen besetzter Audi entgegen“, erzählt Petersen. Die Insassen des unfallbeschädigten und notdürftig hergerichteten Fahrzeuges (Beifahrertür war nur locker eingehängt und lediglich mit Klebeband befestigt) kamen der Einheit bekannt vor: Es handelte sich um die des Platzes verwiesenen Männer. „Wegen der Überladung und der erheblichen Unfallbeschädigungen und nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass alle Männer offenbar alkoholisiert waren, wurde der Wagen gestoppt und insbesondere der Fahrer überprüft. Der 38-Jährige zeigte eine Atemalkoholkonzentration von fast 0,9 Promille.“ Außerdem soll er keine erforderliche Fahrerlaubnis besitzen. Für weitere Maßnahmen sollte der 38-Jährige mit einem Streifenwagen zur Dienststelle gebracht werden. Er leistete jedoch Widerstand und wehrte sich energisch gegen die polizeilichen Maßnahmen. Dabei schlug er mit der Faust in Richtung der Polizeibeamten, verfehlte diese jedoch. Trotz der Gegenwehr gelang es den Beamten, den renitenten Mann zu fesseln und zur Wache zu bringen. Dort wurde dem Fahrer eine Blutprobe entnommen. Zur Verhinderung weiterer Trunkenheitsfahrten behielten die Polizisten die Fahrzeugschlüssel ein.

Um 3.25 Uhr erhielt die Polizei erneut einen Anruf aus Fuhlen. Jemand meldete, dass eine Gestalt an einem Audi mit litauischen Kennzeichen herumhantieren würde. Auf dem Weg zum Einsatzort kam der Streifenwagen-Besatzung der Audi auf der Oberen Brückenstraße entgegen. Der Wagen wurde gestoppt. „Fahrer war diesmal der 26-jährige Fahrzeughalter selbst, der sich bereits bei der ersten Trunkenheitsfahrt ein Strafverfahren eingehadelt hatte, da er die Alkoholfahrt und das Fahren ohne Fahrerlaubnis zugelassen hatte“, berichtet Petersen. An dem Audi stellten die Beamten fest, dass der Wagen ohne Fahrzeugschlüssel gestartet wurde und die Zündkabel kurzgeschlossen waren. Der Fahrer musste pusten: Der Test ergab einen Atemalkoholwert von über 1, 5 Promille. Der in Rinteln lebenden Litauer wurde zur Dienststelle gebracht, wo ihm von einem Arzt Blut entnommen wurde. Die Kennzeichen wurden abmontiert. Bei seiner Befragung in seiner Heimatsprache, eine litauisch sprechende Kollegin konnte dolmetschen, gab auch der Mann zu, nicht in Besitz einer Fahrerlaubnis zu sein.

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