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Spezialisten der Feuerwehr stundenlang im Einsatz / Drohnen-Pilot unterstützt

Leichensuche am Steilhang

KLEIN BERKEL. Speziell ausgebildete Teams der Hamelner Feuerwehr haben am Dienstag im unwegsamen Gelände nach einer Leiche gesucht – stundenlang und bei großer Hitze. Auch eine Drohne der Kreisfeuerwehr war im Einsatz. Zuvor hatte ein Leichenspürhund der Polizeidirektion Göttingen an einem Steilhang des Ohrbergs (oberhalb der B 83) angeschlagen.

veröffentlicht am 29.05.2018 um 18:00 Uhr

Spezialisten der Hamelner Feuerwehr seilen sich am Ohrberg ab. An manchen Stellen beträgt die Hangneigung 70 Grad. Foto: ube
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Man habe den Verwesungsgeruch in diesem Bereich deutlich wahrnehmen können, sagte ein Ermittler der Tatort-Gruppe. Sehen konnten die Beamten allerdings nichts. Auch der Dohnen-Pilot musste passen. Die Vegetation ist zu dicht. „Von oben kann man nicht bis zum Erdboden schauen“, sagt Jörg Grabandt, der sein unbemanntes Flugobjekt mehrmals aufsteigen ließ. Aufgrund des mit Gefahren für Leib und Leben verbundenen Einsatzes am Berg und der hohen Temperaturen stellten ehrenamtliche Mitglieder der Schnell-Einsatz-Gruppe des DRK Hameln die sanitätsdienstliche Versorgung sicher – und reichlich Mineralwasser bereit.

An sieben Stellen seilten sich Experten für Absturzsicherung ab. „Wir haben die Leinen an Bäumen angeschlagen. Jeder Vorsteiger wurde zusätzlich noch von einem Sicherungsmann gehalten“, erklärt Jorrit Külp. Der stellvertretende Ortsbrandmeister von Hameln hatte die Leitung des nicht alltäglichen Sucheinsatzes von Brandamtmann Eugen Steiger übernommen. Mit ihren roten Helmen, Gurten und Seilen sahen die Feuerwehrmänner aus wie Bergretter. Der Hang habe mancherorts eine Neigung von 70 Grad, erzählt Oberbrandmeister Bernhard Bartels. „Wir haben innerhalb von vier Stunden eine Fläche von etwa 2000 Quadratmetern abgesucht.“ In Absprache mit den Kriminalisten des für Todesursachen-Ermittlungen und Vermisstensachen zuständigen 1. Fachkommissariats habe man die Aktion gegen 15.30 Uhr abgebrochen.

Die Polizisten wollen die Suche fortsetzen. Eventuell wird bereits am Mittwoch ein Suchhubschrauber den Ohrberg abfliegen. Man sei dabei zu klären, ob es möglich ist, einen Diensthundführer mitsamt seinem Spürhund abzuseilen, sagte ein Oberkommissar.

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Drohnen-Pilot Jörg Grabandt lässt sein unbemanntes Flugobjekt aufsteigen. Foto: ube

Die Hamelnerin Francesca Steding hatte am Vormittag die Polizei informiert. „Meine Hündin hat am Morgen auf einem Trampelpfad reagiert und sich geweigert, weiterzugehen“, erzählt sie – und fügt hinzu: „Ich hatte bereits seit Tagen das Gefühl, dass es dort seltsam riecht.“ Am Montagabend sprach sie mit ihrem Mann über die Sache. „Er geht mit Faysa auch da oben spazieren. Michael hat mich darin bestärkt, die Polizei zu informieren. Auch er hatte schon etwas gerochen“, erzählt Francesca Steding.

Immer noch vermisst wird ein 79 Jahre alter Mann, der in einem Pflegeheim in Klein Berkel lebt. Er wurde zuletzt am 9. Mai gesehen. Sein Verschwinden hatte eine Suchaktion ausgelöst. Neben einem Hubschrauber, einer Drohne und zwölf Rettungshunden waren 150 Polizisten, Feuerwehrleute sowie Hundeführer des Roten Kreuzes und der Johanniter im Nachteinsatz. Francesca Steding hatte den Senior noch am Abend zuvor auf dem Ohrberg gesehen. „Er hat auf einer Bank gesessen und sich darüber gefreut, dass er Faysa streicheln konnte.“



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