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Feuerwehr stößt zufällig auf Quelle des Brandgeruchs

Lebensbaum brennt nach Abflämmen lichterloh

BAD PYRMONT. Ein Rätsel um Ursache und Wirkung hat am Dienstagmittag rund zwei Dutzend Feuerwehrleute aus Bad Pyrmont und Holzhausen eine ganze Weile auf Trab gehalten.

veröffentlicht am 18.08.2021 um 10:00 Uhr

Juliane Lehmann

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Reporterin (Pyrmonter Nachrichten) zur Autorenseite

Nachdem einigen Anliegern der Gegend nordwestlich des Kurparks, aber auch im Bereich des Brunnenplatzes in der Innenstadt Brandgeruch in die Nase gezogen war, hatten sie die Feuerwehr zu Hilfe gerufen. Schnell verdichtete sich der Verdacht, dass es irgendwo im Bereich der ehemaligen Minigolf-Gasstätte „Bahn 19“ brennen sollte. Unweit des Areals hatte in der Nacht zum 9. Juli zuletzt das Holzhäuschen im Märchengarten des Kurparks in Flammen gestanden (wir berichteten). Doch diesmal konnten die Einsatzkräfte die Quelle des Gestanks und der Rauchschwaden zunächst nicht orten.

Fündig wurden sie schließlich eher zufällig beim Durchfahren der Marcardstraße. Ein Anlieger hatte auf seinem dortigen Grundstück Unkraut abgeflammt. Dabei war er offenbar einem stattlichen Thuja-Busch zu nahe gekommen. Die zuvor noch grüne Pflanze brannte innerhalb kurzer Zeit lichterloh, und eine Rauchsäule stieg meterhoch empor.

Als die Feuerwehr vor Ort eintraf, hatte der Anlieger den brennenden Busch allerdings schon selbst gelöscht und war dabei, den nunmehr toten Lebensbaum in seine verkohlten Einzelteile zu zerlegen. Der Buschbrand blieb somit ohne gravierende Folgen. „Wir haben dann dort nur noch mit der Wärmebildkamera kontrolliert“, sagt Stadtbrandmeister Maik Gödeke. Sicherheitshalber seien die Kameraden dann auch noch in der Innenstadt vorbeigefahren. Der dort wahrzunehmende Brandgeruch sei aber wohl ebenfalls auf den abgefackelten Thuja zurückzuführen gewesen.

Einsätze dieser Art müssen die Feuerwehren in jedem Jahr mehrmals fahren. „Wir weisen die Leute immer wieder auf die Gefahren des Abflämmens hin“, sagt Maik Gödeke. Nicht zuletzt, weil sich dadurch ausgelöste Feuer durch umherfliegende Glut schnell unkontrolliert ausbreiten könnten. „Die Risiken werden aber offenbar noch immer unterschätzt.“

Als möglichen Grund der Unvorsicht vermutet der Stadtbrandmeister, dass die von den Abflammgeräten ausgehende Hitzeströmung nicht zu sehen ist. „Sie breitet sich auf dem Asphalt oder über die Gehwegplatten aus“, erklärt er.

Republikweit vergeht übrigens kaum eine Woche, ohne dass irgendjemand beim Abflämmen unversehens sein Haus gleich mit abfackelt.

Auffällig: Immer wieder trifft es ausgerechnet Lebensbäume, aus denen die Flammen urplötzlich zu lodern scheinen. „Sie sind im Kern oft knochentrocken“, sagt Gödeke. Die ätherischen Öle und Harze der Pflanzen trügen zusätzlich zur Rauchentwicklung bei. Hinzu kommt: Thujen brauchen zum Gedeihen viel Feuchtigkeit. Trockene Sommer setzen den Pflanzen ziemlich zu. Das Grün der Pflanzen täuscht über die Trockenschäden im Innern hinweg.

Deshalb nutzt Gödeke die Gelegenheit noch einmal zu einem dringenden Appell an die Grundstücksbesitzer: „Verzichten Sie aufs Abflämmen in der Nähe brennbarer Pflanzen oder Gegenstände!“



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