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Laser-Attacke in Emmerthal auf Passagierflugzeug

EMMERTHAL. Gegen einen unbekannten Täter wohl aus dem Bereich Emmerthal ermittelt die Polizei wegen des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr und in den Straßenverkehr. In der vergangenen Nacht gegen 2 Uhr kam es innerhalb kürzester Zeit zu Laserpointer-Attacken auf eine landende Verkehrsmaschine und auf einen Autofahrer.

veröffentlicht am 16.07.2018 um 12:07 Uhr
aktualisiert am 16.07.2018 um 18:51 Uhr

Eine Maschine der Fluggesellschaft Condor mit 185 Menschen an Bord wurde mit einem Laserstrahl attackiert. SymbolFoto: DPA
Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite

Der Verursacher soll sich nach derzeitigem Kenntnisstand der Polizei im Bereich von Emmerthal aufgehalten haben. Zunächst wurde um kurz vor 2 Uhr der Pilot der Airbus-Passagiermaschine durch einen grünen Laserstrahl geblendet, wie Polizeisprecher Jens Petersen mitteilte. „Die Maschine befand sich im Landeanflug und überflog dabei den Bereich der Gemeinde Emmerthal“, erklärt der Polizeihauptkommissar.

Bei dem Flugzeug handelte es sich um einen Airbus A 320, teilte Condor auf Anfrage mit. Die Maschine war am späten Abend in Palma de Mallorca gestartet. Ziel des Fluges DE 1529 war Hannover. An Bord befanden sich 179 Fluggäste und sechs Crewmitglieder, so ein Sprecher.

Glücklicherweise sei der Pilot nicht verletzt worden. Der Airbus habe ungehindert seinen Landeanflug fortsetzen können, so Petersen. Der Vorfall wurde umgehend von der Deutschen Flughafensicherung an die Polizei gemeldet. Sofort fuhren mehrere Streifenwagen nach Emmerthal zur Position des Flugzeugs, die es erreicht hatte, als es vom Laserstrahl getroffen wurde.

Eine Streifenwagenbesatzung traf im Rahmen der Fahndung auf einen 20-jährigen Autofahrer. Auch der junge Mann will von einem grünen Laserstrahl geblendet worden sein, als er auf der Verlängerung der Reherstraße unterwegs war, hieß es von der Polizei. Mehr konnten die Beamten in der Nacht nicht feststellen. „Die weitere Fahndung verlief erfolglos“, berichtet Petersen.

Nun hoffen die Ermittler auf Zeugenhinweise bei der Polizei Hameln (Telefon 05151/933-222). Gegen den unbekannten Täter wurden Ermittlungen wegen des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr und in den Straßenverkehr eingeleitet.

Die Polizei weist in diesem Zusammenhang auf die Gefährlichkeit vom unsachgemäßen Gebrauch von Lasern hin. Die Blendung von Personen mit Laserpointern sei kein Kavaliersdelikt, warnt Petersen. „Durch direkte Blendung von Personen, insbesondere von Piloten von Luftfahrzeugen oder Fahrern von anderen Fahrzeugen, kann es zu schweren Augenverletzungen kommen“, erklärt der Sprecher.

Im Januar dieses Jahres schnappte die Hamelner Polizei einen 20-Jähren, der im Verdacht stand, ebenfalls Autofahrer mit einem Laserstrahl geblendet zu haben (wir bereichteten). Zunächst leuchtete ein grüner Lichtstrahl vom Klüt – dem Hamelner Hausberg – in Richtung Weserbrücke. Später wurde auf der Brücke ein Autofahrer geblendet. Die Polizei fand bei einem Beifahrer eines kontrollierten Opel einen Laserpointer. „Dem Mann sei nicht bewusst gewesen, dass er mit dem im Internet gekauften Laser Verletzungen an den Augen herbeiführen konnte“, sagte ein Ermittler.

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