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Cessna-Pilot auf Weg nach Manchester geblendet

Laserattacke auf Flugzeug? Polizei sucht Zeugen

HAMELN. Haben Unbekannte im Bereich von Hameln in der Nacht zum Mittwoch den Piloten eines Flugzeugs geblendet? Nach Berechnungen der Deutschen Flugsicherung soll der Flugzeugführer einer Cessna mit einem aus Richtung Hameln abgegebenen Laserstrahl geblendet worden sein. Die Polizei sucht nach dem mutmaßlichen Täter.

veröffentlicht am 06.02.2019 um 17:38 Uhr
aktualisiert am 06.02.2019 um 20:20 Uhr

Dieses Foto ist nicht in der Nacht zum Mittwoch aufgenommen worden. Niko Wolf hat kürzlich bei einer vom Klüt aus geschossenen Nachtaufnahme der Rattenfängerstadt neben den gelben Lichtern auch einen grünen Punkt auf das Bild gebannt. Offenbar ein La
Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite

Die Maschine war in Hannover gestartet. Zielflughafen: Manchester in Großbritanien. Gegen 1.20 Uhr habe der Pilot einen hellen Laserstrahl gesehen, so die Polizei. Die Maschine soll sich zu der Zeit über Wunstorf befunden haben. Anhand der Position und der Schilderung des Piloten folgerten Experten, dass der Laserstrahl im 90 Grad-Winkel zur Flugrichtung auf die Maschine traf – und offenbar aus dem Hamelner Raum kam.

Was für die einen ein fragwürdiger Spaß sein mag, kann für andere lebensgefährlich enden: Immer wieder werden Piloten mit Laserpointern geblendet. Dem in Braunschweig ansässigen Luftfahrt-Bundesamt (LBA) wurden im Jahr 2017 512 Laserattacken auf Flugzeuge und Hubschrauber gemeldet. Fast jedes zwölfte erfasste „betriebliche Ereignis“ – so werden Störungsmeldungen wie Vogelschläge, Triebwerksausfälle oder Turbulenzen beim LBA genannt – hat mittlerweile Laserattacken als Ursache.

„Wir verfolgen Laserattacken seit 2009, nachdem zuvor Amerika und Australien betroffen waren“, sagt Cornelia Cramer, LBA-Pressesprecherin. Damit sei nicht zu spaßen und es könne verheerende Konsequenzen haben, wenn ein Pilot verletzt wird, meint Cramer.

Wie es sich anfühlt, von einem der äußerst intensiven Lichtstrahlen geblendet zu werden, hat Janis Georg Schmitt schon am eigenen Leib spüren müssen. Der Sprecher der „Vereinigung Cockpit“, einem Verband von Piloten, Flugingenieuren und Fluglehrern in Deutschland, ist Flugzeugführer von Passagiermaschinen. Vor zwei Jahren sei er beim Anflug auf Düsseldorf über Essen geblendet worden, erinnert sich Schmitt. Plötzlich sei ein grüner Punkt zu sehen gewesen. „Es war kein Laserstrahl von einer Diskothek oder einem Volksfest. Der wanderte mit“, meint der Cockpit-Sprecher.

Zum Schutz vor dem Strahl habe er die Position des Sitzes verstellt und eine Sonnenblende heruntergelappt, sagt Schmitt. Die Blendung der Piloten führt zu Sehlücken und einer fehlenden Farbenwahrnehmung im Sichtfeld, wodurch das Ablesen der Instrumente schwer bis unmöglich ist, heißt es von der Vereinigung Cockpit. Laut Verband werden Laser in vier Leistungsklassen unterteilt. Die Blendwirkung hänge von der Leistung, Entfernung und vom Strahldurchmesser ab.

„Laserblendungen sind lebensgefährlich. Wir ermitteln wegen der Straftat des gefährlichen Eingriffs in den Flugverkehr“, teilten Ermittler des Fachkommissariats 7 in Hameln mit. Hinweise zu den Tätern nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 05151/933-222 entgegen.



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