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Serien-Einbrecher gesteht 34 Taten – Operationsbasis Hameln?

Lange Haftstrafe

HAMELN/DETMOLD. Wohnungseinbrüche sind „in“. Kein Wunder, dass die Justiz keinen Spaß versteht, wenn einmal ein Einbrecher auf der Anklagebank sitzt. Schon gar nicht, wenn er so viel auf dem Kerbholz hat. Ein 33-Jähriger ist jetzt vom Landgericht Detmold zu einer empfindlichen Haftstrafe verurteilt worden.

veröffentlicht am 01.12.2017 um 15:44 Uhr
aktualisiert am 01.12.2017 um 16:41 Uhr

Foto: dpa

Autor:

Ulrich Pfaff
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Er arbeitete möglicherweise von Hameln aus. Wie berichtet, hatte das Landgericht Mitte November den Prozess gegen den Mann und zwei mutmaßliche Mittäter der professionell organisierten Bande begonnen. Von Hameln aus sollten die Täter im Oktober vergangenen Jahres eine Einbruchsserie vorwiegend im Weserbergland und im Kreis Lippe, gestartet haben – 66 Einbrüche und Einbruchsversuche wurden dem 33-Jährigen als Haupttäter zur Last gelegt. Die beiden in Hameln lebenden Asylbewerber konnten bereits am ersten Verhandlungstag mit Freisprüchen nach Hause gehen: Ihnen war nicht nachzuweisen, dass sie – wie angeklagt – der Bande Unterschlupf gewährt und für den Abtransport von Beutestücken nach Albanien gesorgt hatten.

Blieb der 33-Jährige als einziger Angeklagter. Er nutzte am zweiten Verhandlungstag die Chance, sein Strafmaß etwas zu reduzieren – indem er ein Geständnis ablegte und so nicht nur den zahlreichen Geschädigten eine Einvernahme als Zeugen vor Gericht ersparte, sondern auch eine weitere Beweisaufnahme nicht mehr erforderlich machte. 34 vollendete Einbrüche räumte der Mann ein. Unter anderem in Eschershausen, Bodenwerder und Hehlen, wo innerhalb weniger Tage etwa die Hälfte der Taten begangen wurde. Insgesamt hatte die Bande bei den Einbrüchen Schmuck und Bargeld in Höhe von etwa 70 000 Euro erbeutet. Wie der Angeklagte bestätigte, hatte er zwei Mittäter, deren Namen er dem Gericht nannte. Ihnen heftet sich nun die Polizei an die Fersen. Er sei aus finanzieller Notlage auf die schiefe Bahn geraten, gab er zu und bat die Opfer um Verzeihung. 32 Fälle, in denen die Täter ohne Beute abgezogen oder die Einbrüche im Versuchsstadium geblieben waren, stellte das Gericht ein. Das Urteil: Sechs Jahre Haft wegen schweren Bandendiebstahls. Sechs Monate hat der Mann bereits in Untersuchungshaft gesessen, nach Verbüßung etwa der Hälfte der Strafe wird er in sein Heimatland abgeschoben werden. Nach Informationen dieser Zeitung soll jedoch die Staatsanwaltschaft in Verden an der Aller gegen ihn wegen des Verdachts weiterer Taten ermitteln.

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