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Senioren oft geschädigt

Kriminal-Statistik: Mehr Straftaten im Weserbergland

WESERBERGLAND. „Die Entwicklung der Sicherheitslage in Niedersachsen ist sehr positiv“, stellte jüngst Boris Pistorius fest. Dieses Resümee zog Niedersachsens Innenminister bei der Vorstellung der Kriminal-Statistik. Schließlich ist die Anzahl der registrierten Straftaten landesweit auf 526 120 Fälle zurückgegangen. Doch wie sieht es im Weserbergland aus?

veröffentlicht am 28.02.2018 um 17:50 Uhr
aktualisiert am 28.02.2018 um 21:20 Uhr

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Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite

In der Region sind die Fallzahlen leicht angestiegen. Das haben Kriminaldirektor Ralf Leopold, Leiter der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden (PI), und Polizeioberrat Jens Kozik, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes, mitgeteilt. Innerhalb der Inspektion wurden im Jahr 2017 12 807 Straftaten registriert – 104 mehr als im Vorjahr. Erfreut zeigen sich die Führungskräfte über die Aufklärungsquote innerhalb der PI. Fast 72 Prozent aufgeklärte Taten seien landesweit der Spitzenwert.

Sorgen bereiten der hiesigen Polizei die Straftaten zum Nachteil älterer Menschen. Die Schadenssumme durch derartige Delikte betrug 456 000 Euro. „Das ist die Summe von dem, wovon wir wissen. Die Dunkelziffer ist hoch“, weiß Leopold. So brachten „falsche Polizeibeamte“ Senioren in 21 Fällen um deren Ersparnisse. 79 ältere Menschen wurden Geschädigte bei Taschendiebstählen. Straftaten, gegen die die Polizei stärker vorgehen will. Gestiegen ist die Anzahl der durch Minderjährige in den beiden Landkreisen begangenen Straftaten. Mit 1092 Fällen (plus 225) registrierte die Polizei den höchsten Wert seit 2012. So gab es 22 Körperverletzungen, 52 Sachbeschädigungen und 32 Rauschgiftdelikte mehr als im Jahr 2016.

Durchwühlte Schränke, aufgehebelte Türen und dazu noch der Gedanke, dass Fremde in die eigenen vier Wände eingestiegen sind. Kaum ein Verbrechen bewegt die Bevölkerung mehr als ein Einbruch. 2017 wurden in den Landkreisen Hameln-Pyrmont und Holzminden weniger Einbrüche registriert. 297 Fälle beschäftigten die Ermittler bei ihrer Arbeit – 53 weniger als im Jahr zuvor. Die Polizei geht davon aus, dass die umfangreichen Anstrengungen, die Bekämpfung des Einbruchdiebstahls zu forcieren, etwas gefruchtet haben. So wurde eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Auch monatlich stattfindende Aktionstage, an denen gezielt Fahrzeuge und Personen kontrolliert werden, sollen dazu beigetragen haben.

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Eine Straftat berührte die Hamelner im vergangenen Jahr besonderes intensiv. Am 6. August wurde eine Thekenkraft in einer Gaststätte am Berliner Platz getötet. Noch am Tattag nahmen Beamte einen Tatverdächtigen fest. Der Mann wurde mittlerweile wegen Totschlags zu acht Jahren Haft verurteilt.

Es ist nur eine von insgesamt 15 „Straftaten gegen das Leben“. Kripobeamte ermittelten 2017 in einem Fall wegen versuchten Mordes und in sieben Fällen wegen Totschlags oder versuchten Totschlags. Hinzu kam ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Tötung.

„Der Anteil der durch Flüchtlinge begangenen Straftaten lässt sich nicht quantifizieren“, stellte Kozik fest. Hinsichtlich geklärter Taten erfolge seit November 2015 eine statistische Erfassung der Taten.

Im Jahr 2017 seien dies 575 Delikte gewesen, wobei diese nicht gänzlich den seit Sommer 2015 nach Deutschland eingereisten Personen zugeordnet werden können, erklärt der Polizeioberrat. Eines hob Inspektionsleiter Leopold hervor: „Die Gefahr, in unseren beiden Landkreisen Opfer einer Straftat zu werden, ist niedriger als in anderen Teilen des Landes.“

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