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„Die Tat war heimtückisch“

Krankenpfleger muss für Mord an Geliebter lebenslang in Haft

BAD NENNDORF/HAMELN/ HANNOVER. Er hat keine Vorstrafen und war als Pilger auf dem Jakobsweg unterwegs, bevor er eine junge Frau erwürgte. Das Landgericht Hannover ist überzeugt, dass der 42-Jährige trotz seines Alkoholkonsums vor der Tat voll schuldfähig ist.

veröffentlicht am 21.08.2017 um 18:16 Uhr

Foto: dpa

Autor:

Christina Sticht
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Für den Mord an seiner Geliebten muss ein 42 Jahre alter Krankenpfleger aus Hannover lebenslang ins Gefängnis. Damit folgte das Landgericht am Montag dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte achteinhalb Jahre Haft wegen Totschlags gefordert. Der Mann hatte gestanden, die 29-Jährige, die in Hameln geboren wurde und zuletzt in Bad Nenndorf lebte, Anfang April nachts im Bett seiner Wohnung erwürgt zu haben, ein Motiv konnte er aber nicht nennen. Den Gewaltausbruch führte er auf seinen hohen Alkoholpegel zurück. Der Pfleger hatte die Leiche danach in einem Wald abgelegt und war zunächst nach England geflüchtet. In seiner Urteilsbegründung sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Rosenbusch: „Das Schwurgericht hat kein Motiv für diese Tat feststellen können.“ Fest stehe aber, dass der 42-Jährige mit direktem Vorsatz die junge Frau getötet habe. „Wir haben überhaupt keinen Zweifel daran, dass die Tat heimtückisch war.“ Täter und Opfer seien in einer Situation gewesen, in der man einander uneingeschränkt vertraue und nicht mit einem Angriff rechne. Der Staatsanwaltschaft zufolge tötete der Mann aus Wut und Frustration, weil die junge Frau eine Berührung von ihm als „nicht schön“ bezeichnet hatte. Das Opfer hatte den Pfleger Anfang 2015 als Patientin im Krankenhaus kennengelernt. Die beiden hatten sich im Laufe der zwei Jahre etwa zwölf Mal zum Sex verabredet – die Frau wünschte sich im Gegensatz zu ihm aber eine ernsthafte Beziehung. In seinem Schlusswort hatte der Angeklagte sich an die Mutter der Getöteten gewandt und wortreich seine Reue ausgedrückt. Nach Überzeugung der Verteidigung war der Angeklagte zum Tatzeitpunkt vermindert schuldfähig, weil er zuvor Bier, Wein, Gin Tonic und Tee mit Rum getrunken habe. Der Anwalt des 42-Jährigen will das Urteil anfechten.



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