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Tragödie in Hameln – Hubschrauber kreist über Südstadt

Kind klettert auf Waggon – tödlicher Stromschlag

HAMELN. In Hameln hat sich am Freitagnachmittag ein tragischer Unfall ereignet. Dabei ist ein zehn Jahre alter Junge ums Leben gekommen. Laut Polizei hatte das Kind an der Prinzenstraße in der Südstadt auf einem Kesselwaggon einen tödlichen Stromschlag erlitten. Zuvor hatte es mit zwei Freunden auf den Gleisen gespielt.

veröffentlicht am 07.09.2018 um 19:22 Uhr

Auf diesem Kesselwaggon ereignete sich der Stromunfall. Foto: ube
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Ein Augenzeuge sagte, der Zehnjährige sei auf dem Waggon gestolpert und habe sich an der 15 000-Volt-Oberleitung festhalten wollen. Gegen 16.30 Uhr hörte eine Anwohnerin einen lauten Knall. Sie ahnte das Schlimmste, setzte einen Notruf ab. Als sie nach draußen ging, seien ihr zwei Jungen entgegengekommen. Sie hätten ihr berichtet, was sich kurz zuvor auf dem Bahndamm ereignet hatte. Die Leitstelle schickte neben einem Notarzt-Einsatzfahrzeug und einem Rettungswagen auch den Rüstzug der Feuerwehr Hameln zum Unglücksort. Für den Hamelner, der vor drei Tagen seinen 10. Geburtstag gefeiert hatte, kam jede Hilfe zu spät. Er muss sofort tot gewesen sein.

Brandoberinspektor Christian Voß forderte eine Notfallseelsorgerin an. Ein Hubschrauber der Bundespolizei kreiste über der Unglücksstelle. Zunächst seien sämtliche Gleise von und nach Hameln gesperrt worden, hieß es. Die Nachricht von dem Unfall verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Angehörige versammelten sich am Absperrband und mussten von Polizisten zurückgehalten werden. Eine Frau brach weinend zusammen. Um die Lage zu entschärfen, wurde der Vater später auf eigenen Wunsch zu seinem Sohn gelassen. Danach entspannte sich die Situation.

Erst im März 2016 zog sich eine 18-Jährige an der Sertürner Straße schwerste Verbrennungen zu – auch sie war auf einen Kesselwaggon geklettert.

Helfer am Unglücksort. Foto: ube.
  • Helfer am Unglücksort. Foto: ube.

Im August 2006 kam ein 15-Jähriger am Güterbahnhof ums Leben. Der Jugendliche war auf einen Hochspannungsmast gestiegen – es war wohl eine Mutprobe.

Was viele Menschen nicht wissen: Nähert man sich einer Oberleitung auf 1,50 Meter, kann es bereits zu einem Funkenüberschlag kommen.



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