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Großbrand im Ortskern von Levedagsen – alte Scheune nicht mehr zu retten

Kilometerlange Schlauchleitungen

veröffentlicht am 28.08.2016 um 17:25 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:59 Uhr

Frank Neitz

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Reporter / Fotograf zur Autorenseite

LEVEDAGSEN. Ein Großbrand hat am frühen Samstagmorgen mehrere Dutzend Einsatzkräfte stundenlang in Atem gehalten. Im Ortskern von Levedagsen hatte eine nicht mehr genutzte Scheune Feuer gefangen. Das Gebäude brannte nieder. Die Lösch- und Nachlöscharbeiten zogen bis in die Nachmittagsstunden hin.

Gegen 1.45 Uhr heulten in mehreren Orten Salzhemmendorfs die Sirenen. Piepende Meldeempfänger holten Freiwillige aus dem Schlaf. „Feuer Scheune in der Straße am Brunnen“ hieß es in der Einsatzmeldung. Kurz zuvor hatten Anwohner laute Knalle gehört und auch Feuerschein gesehen. Sie setzten einen Notruf ab.

In Levedagsen machte sich Christoph Andreas auf den Weg zum Feuerwehrstützpunkt in Wallensen, um von dort mit dem Löschfahrzeug zur Brandstelle zu fahren. Dort erfuhr er von Einsatzleiter Jens Roloff, dass es an der Alten Dorfstraße brennen würde. Bange Minuten für den 31-Jährigen, denn an der Straße steht auch eine seiner Scheunen. „Auf der Fahrt werden plötzlich Sekunden zu Stunden“, erzählte der 31-Jährige. Wenig später die Gewissheit: Es war Andreas‘ Scheune, die brannte.

„Kurz nachdem wir ankamen, gab es eine Durchzündung“, berichtete Stützpunktleiter Roloff. Heiße Gase waren schlagartig entflammt, das Feuer griff auf das Dach über. Zementgebundene Wellplatten zerbarsten, Flammen schlugen meterhoch empor, und glühende Funken sprühten. Das Feuer fand im alten Fachwerkgebäude reichlich Nahrung. Die Einsatzleitung reagierte, ließ sofort weitere Kräfte nachalarmieren. Roloff forderte zudem Drehleiterfahrzeuge aus Gronau und Bad Münder an.

Obwohl sich über 30 Salzhemmendorfer Feuerwehrleute bei einer zweitägigen Übung in Rinteln befanden, kämpften in der Nacht mehr als 80 Freiwillige – Frauen und Männer – gegen die Flammen an. Trupps legten kilometerlange Schlauchleitungen zu einem Bach und zu einem ehemaligem Schwimmbad, pumpten Wasser zur Brandstelle. Der Druck an Hydranten soll nicht ausreichend gewesen sein, hieß es.

In Kirchohsen rückte ein 7000 Liter fassendes Tankfahrzeug aus. Die Kräfte spritzten Wasser auf dicht neben der Brandstelle stehende Nachbarhäuser, verhinderten so ein Übergreifen der Flammen. Gegen sechs Uhr fiel ein Giebel des brennenden Gebäudes krachend in sich zusammen. Eine Stunde später hieß es: „Feuer aus.“ Feuerwehrleute aus Wallensen und Salzhemmendorf waren allerdings noch bis 16 Uhr mit Nachlöscharbeiten beschäftigt, so Roloff.

Der Einsatzleiter schätzt, dass rund 200 Kubikmeter Wasser ins Gebäude gepumpt wurden. Im Gebäude wurde eine Werksatt Raub der Flammen. Viel gelagert habe aber nicht in der Scheune, sagte Christoph Andreas. Er sprach von mehreren Paletten Streusalz und einem alten Auto. Es ist möglich, dass explodierende Reifen des Wagens die Knalle verursacht haben, die Nachbarn auf den Brand aufmerksam werden ließen.

Polizeibeamte, darunter ein Tatort-Team, nahmen in der Nacht Ermittlungen auf. Noch ist die Brandursache unbekannt. Ersten gesammelten Erkenntnissen nach könnte das Feuer an einem Unterstand eines Anbaus ausgebrochen sein und sich ins Gebäude gefressen haben, so ein Beamter. Brandursachenermittler des Kriminaldienstes sollen am Montag die Brandstelle inspizieren und in den schwelenden Überresten der Scheune nach Spuren suchen. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von bis zu 100 000 Euro.



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