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Kaninchen und Katze beschäftigen die Hamelner Polizei

Kaninchen ausgebrochen: Tierischer Einsatz für die Polizei

HAMELN. Was für ein tierisches Wochenende für die Polizeibeamten, die am Samstag und Sonntag ihren Dienst auf der Wache schoben. Neben angetrunkenen Randalierern und Ruhestörern mussten die Gesetzeshüter mit zwei Vierbeinern auseinandersetzen: Ein ausgebüxtes Karnickel und ein herrenloses Kätzchen forderten die Fürsorge der Beamten heraus.

veröffentlicht am 17.07.2017 um 15:46 Uhr

Kaninchen „Pusteblume“ suchte einen Ausweg aus der Hamelner Polizeiwache. Foto: Polizei Hameln
Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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Doch der Reihe nach: Das Fell weiß, die langen Ohren schwarz und die Augen- und Nasenpartien schwarz abgesetzt. Am Gestalten eines Porträts dieses Häftlings hätte der Phantombild-Zeichner der Kripo sicher seinen Spaß gehabt. Doch dazu sollte es nicht kommen.

Am Freitagabend wurde „Pusteblume“ auf der Wache abgegeben – ein flauschiges Hauskaninchen mit den bereits geschilderten farblichen Merkmalen und einem dunklen Strich auf dem Rücken.

Ein Ausbrecher, wie die Kommissare von einer Hamelnerin erfuhren. Die 28-Jährige hatte das über die Weberstraße hoppelnde Tier dingfest gemacht und gegen 23 Uhr auf der Wache abgegeben. Offenbar kurz nachdem es aus einem Vorgarten entwichen war. „Amtlich gesehen eine Fundsache“, so Polizeisprecher Jens Petersen. Aber ein süßes Fundstück. Denn mitten in der Nacht schwärmten Beamte aus, um für „Pusteblume“ Löwenzahnblätter zu pflücken. Der Nager soll die Mahlzeit mümmelnd angenommen haben, heißt es.

„Pusteblume“ schien sichtlich zufrieden zu sein. Doch dann zeigte das Hauskaninchen sein wahres Gesicht – das des Ausbrecherkönigs. Die Polizisten hatten den Vierbeiner in eine Katzentransportbox gesteckt. Für das Kaninchen kein Grund, in Haft zu bleiben. Es büxte aus, hoppelte munter durch die Wache. „Das Tier nutzte jegliche Möglichkeit, um aus dem Gefängnis zu entkommen“, berichtete Petersen. An den speziell gesicherten Türen der Polizeiwache soll sich der Nager aber doch „die Zähne ausgebissen haben“. Dort sollte seine Flucht enden.

„Dem Ausreißer blieb eine unangenehme Einquartierung im Zellentrakt der Polizei erspart“, hieß es von den Beamten. Denn noch in der Nacht wurde „Pusteblume“ seinen glücklichen Besitzern übergeben. Ob die Polizisten im Anschluss tief durchgeatmet haben, ist nicht bekannt.

Am Sonntagnachmittag hielt dann eine herrenlose Katze eine Streifenwagenbesatzung auf Trab. Gegen 16 Uhr bat ein Bewohner der Ostermeyerstraße die Polizei um Hilfe. Ein Vierbeiner sei in den Motorraum seines Autos geklettert und käme nicht wieder heraus, teilte der besorgte Anrufer den Beamten mit. Tierretter der Feuerwehr wurden alarmiert, um die Mieze aus der misslichen Lage zu befreien.

Eingreifen mussten die Feuerwehrleute dann doch nicht. „Die Beamten konnten durch ‚geschickte Gesprächsführung‘ die Katze aus dem Motorraum locken und zur Aufgabe bewegen. Der Stubentiger ließ sich widerstandslos festnehmen“, lautete die Meldung von erleichterten Einsatzkräften aus der Polizeiwache.

Einer anschließenden Haft entging das Tier leider nicht. „Da vor Ort keiner die Fürsorge für die unverletzt gebliebene Katze übernehmen wollte, wurde sie schließlich an das Hamelner Tierheim übergeben“, berichtete der Polizeisprecher.

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