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Kader K. verlangt Morgengabe zurück - Goldschmuck ist mehr als 20000 Euro wert

Kader K.-Anwalt legt Revision ein

HAMELN. Im Fall des sogenannten „Schleifmordversuchs von Hameln“ haben die Rechtsanwälte Roman von Alvensleben und Raban Funk, die das Opfers Kader K. (28) und deren dreijährigen Sohn Cudi vertreten, Revision gegen das Urteil des Schwurgerichts eingelegt. Die 13. Große Strafkammer des Landgerichts Hannover hatte Nurettin B. (39), den die junge Hamelnerin im März 2013 nach dem islamischen Recht geheiratet hatte, am 31. Mai wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu 14 Jahren Haft verurteilt.

veröffentlicht am 08.06.2017 um 11:40 Uhr
aktualisiert am 08.06.2017 um 19:23 Uhr

Kämpft um ihr Recht: Kader K. Foto: Archiv/PR
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Man habe die Frist wahren müssen, um die schriftliche Urteilsbegründung in aller Ruhe prüfen zu können, sagte von Alvensleben. Die 13. Große Strafkammer des Landgerichts Hannover hatte Nurettin B. (39), den die junge Hamelnerin im März 2013 nach dem islamischen Recht verheiratet hatte, am 31. Mai wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu 14 Jahren Haft verurteilt (wir berichteten). Damit war das Gericht dem Antrag der Verteidigung gefolgt. Staatsanwaltschaft und Nebenkläger hatten eine lebenslange Haft beantragt. Die Kammer unter Vorsitz von Richter Wolfgang Rosenbusch sah es zwar als erwiesen an, dass Nurettin B. die Tat geplant und auf grausame Weise ausgeführt hat. Die Richter rückten aber von lebenslanger Haft ab, weil sich der Täter sofort nach dem Verbrechen bei der Polizei gestellt und vor Gericht ein umfassendes Geständnis abgelegt hatte und bereit ist, dem Opfer einen Schmerzensgeld in Höhe von 137000 Euro plus Zinsen zu zahlen. Auch sein Auto werde er seiner Ex-Frau übereignen, kündigten sie Anwälte an. Nurettin B. ist zudem niemals zuvor verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft Hannover hat bislang darauf verzichtet, Rechtsmittel einzulegen. „Die Dezernentin beabsichtigte nicht, Revision einzulegen“, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Klinge im Gespräch mit der Dewezet.

Ungeklärt ist nach wie vor die Frage, wo sich der Goldschmuck der Braut befindet. Er ist mehr als 20000 Euro wert. Kader K. verlangt die sogenannte Morgengabe zurück. Sie sagt: „Dieser Schmuck gehört mir. Der Täter muss ihn mir aushändigen.“ Auf einem Zettel, der im Tatfahrzeug gefunden wurde, hatte Nurettin B. unter anderem geschrieben: „Mein Gold hat sie mitgenommen.“ Kader K. sagt: „Das ist nicht wahr. Er ist ein Lügner.“

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