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Spürhunde finden keinen Sprengstoff / Anruf löst Großalarm aus

Jobcenter wegen Bombendrohung geräumt

Hameln. Die Agentur für Arbeit und das Jobcenter in Hameln sind am Mittwochvormittag nach einer Bombendrohung geräumt worden. Offenbar hatte es eine Drohung aus einer nahegelegenen Telefonzelle am Mertensplatz gegeben. Die eingesetzten Spürhunde fanden allerdings keinen Hinweis auf Sprengstoff.

veröffentlicht am 23.12.2015 um 14:49 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:55 Uhr

Ein Sprengstoff-Spürhund beginnt mit der Suche. ube
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite

„Das Jahr endet bei uns leider so, wie es begonnen hat“, sagt Christina Rasokat, die Sprecherin der Agentur für Arbeit in Hameln. Am 2. Januar hatte ein 38-Jähriger ohne festen Wohnsitz mit einer Bombendrohung für große Aufregung gesorgt. Mittwoch, am Tag vor Heiligabend, war es wieder eine telefonische Bombendrohung, die zur Räumung der Arbeitsagentur an der Süntelstraße 6 und des Job-Centers, das sich auf der anderen Straßenseite befindet, geführt hat. Christina Rasokat spricht nicht von einer Evakuierung, sie formuliert es lieber so: „Die Geschäftsführung hat aufgrund der Situation entschieden, dass der Dienstbetrieb vorzeitig beendet wird.“ Etwa 150 Mitarbeiter verließen „ruhig und geordnet“ die Gebäude, nachdem sie kurz zuvor über ein internes Nachrichtensystem informiert worden waren. Zu diesem Zeitpunkt hätten sich nur einige wenige Kunden in den Behörden aufgehalten, sagte die Sprecherin.
Um 9.40 Uhr hatte ein Mann an der öffentlichen Telefonsäule am Mertensplatz den Notruf 110 gewählt und einem Disponenten der Polizei-Leitstelle gesagt, in der Arbeitsagentur sei eine Bombe deponiert worden. Der Anruf löste einen Großeinsatz aus. Zahlreiche Streifenwagen, Feuerwehr- Notarzt- und Rettungsfahrzeuge fuhren mit Blaulicht uns Sirene durch Hameln. Feuerwehr-Einsatzleiter Andreas Zerbe wies die Besatzungen an, auf der Nebenfahrbahn der Erichstraße zu warten. Zum einen wollte der Brandoberamtsrat bei den Behörden-Mitarbeitern keine Panik auslösen, zum anderen seine Kräfte keiner Eigengefährdung aussetzen. „Es ist ein Routineverfahren“, erklärt Zerbe, denn: „Sollte tatsächlich etwas passieren und die Helfer stehen zu dicht dran, wären sie unter Umständen nicht mehr handlungsfähig.“ Deshalb standen die Fahrzeuge in einem sogenannten Bereitstellungsraum.
Zivile Ermittler einer Sondereinheit sorgten an der Bushaltestelle am Mertensplatz dafür, dass bis zum Eintreffen der Kriminaltechnik niemand das öffentliche Telefon berührt.
Mit Rußpulver und Pinsel versuchten Spezialisten kurz darauf. Fingerabdrücke zu sichern. Sämtliche Schlitze des Telefons wurden danach versiegelt. Die Ermittler hoffen, dass jemand den Anrufer gesehen hat. Die Beamten interessieren sich auch für Videoaufnahmen, die zwischen 9.30 Uhr und 9.45 Uhr in der Nähe der Bushaltestelle am Mertensplatz gemacht wurden. Hinweise werden rund um die Uhr unter 05151/933-222 entgegengenommen.
Zahlreiche Medienvertreter, darunter drei Kameraleute aus Hannover und Bad Münder, berichteten von der Bombendrohung. Viele Tausend User nutzten die Gelegenheit, sich bei Dewezet Online aktuell über die zunächst unklare Lage zu informieren.
Die Hamelner Polizei forderte bei der Polizeidirektion Göttingen Sprengstoff-Spürhunde an. Die erste Supernase traf um 12.30 Uhr in Hameln ein. Sofort wurde damit begonnen, die Gebäude zu durchsuchen. Zwei Stunden später brach die Einsatzleitung der Polizei die Aktion ab – sie war ohne Erfolg verlaufen. Kein Hund hatte eine Bombe oder einen anderen verdächtigen Gegenstand finden können.
Das unter anderem für Gewalttaten zuständige 1. Fachkommissariat wertet nun den Tonband-Mitschnitt und Zeugenaussagen aus. Es wurden Ermittlungen wegen „Störung des öffentlichen Friedens durch Androhen von Straftaten“ eingeleitet. Diese Tat wird mit bis zu drei Jahren Gefängnis oder mit Geldstrafe bestraft.

 

Die Chronologie der Ereignisse

++ Update 14:35 Uhr ++ Die Suche der Polizei mit Sprengstoffspürhunden wird ohne Ergebnis abgebrochen.

Kunden verlassen die Arbeitsagentur. Fernsehteams filmen die Ereignisse. Foto: ube
  • Kunden verlassen die Arbeitsagentur. Fernsehteams filmen die Ereignisse. Foto: ube
ine Kriminaltechnikerin bei der Arbeit: Von dieser Telefonsäule am Mertensplatz wählte der Anrufer den Notruf. Er löste damit einen Großeinsatz aus. ube
  • Eine Kriminaltechnikerin bei der Arbeit: Von dieser Telefonsäule am Mertensplatz wählte der Anrufer den Notruf. Er löste damit einen Großeinsatz aus. Foto: ube
Ein Polizeibeamter sperrt mit Flatterband die Zufahrt zur Tiefgarage. 150 Mitarbeiter und einige Kunden verlassen die Agentur für Arbeit.
  • Ein Polizeibeamter sperrt mit Flatterband die Zufahrt zur Tiefgarage. 150 Mitarbeiter und einige Kunden verlassen die Agentur für Arbeit. Foto: ube
Bombendrohung Hameln Arbeitsamt_IMG_4056.JPG
  • Großaufgebot der Feuerwehr nach einer Bombendrohung gegen das Arbeitsamt. Foto: ube
Bombendrohung Hameln Arbeitsamt_IMG_4057.JPG
  • Großaufgebot der Feuerwehr nach einer Bombendrohung gegen das Arbeitsamt. Foto: ube
Kunden verlassen die Arbeitsagentur. Fernsehteams filmen die Ereignisse. Foto: ube
ine Kriminaltechnikerin bei der Arbeit: Von dieser Telefonsäule am Mertensplatz wählte der Anrufer den Notruf. Er löste damit einen Großeinsatz aus. ube
Ein Polizeibeamter sperrt mit Flatterband die Zufahrt zur Tiefgarage. 150 Mitarbeiter und einige Kunden verlassen die Agentur für Arbeit.
Bombendrohung Hameln Arbeitsamt_IMG_4056.JPG
Bombendrohung Hameln Arbeitsamt_IMG_4057.JPG

 

++ Update 12:35 Uhr ++ Die Spürhunde aus Göttingen sind eingetroffen und haben mit dem Absuchen des Gebäudes begonnen.

 

++ Update 11.35 Uhr ++ Auch das gegenüberliegende Jobcenter (Süntelstr. 5) wurde inzwischen vorsorglich geräumt. Die Ermittler warten nun auf Spürhunde aus Göttingen. Mit ihnen sollen die Gebäude nach Sprengstoff untersucht werden.

 

++ Update 11 Uhr ++ Drei Ermittler einer Spezialeinheit sichern derzeit Spuren an einer Telefonzelle auf dem Mertensplatz. Mit Rußpulver werden Fingerspuren gesichert, Beamte haben die Einsteckschlitze mit Siegeln abgeklebt. Vorsorglich wurde das Gebäude der Agentur für Arbeit nun doch evakuiert. Kunden und Mitarbeiter verlassen es gerade.

 

++ Update 10.40 Uhr ++ Nach Informationen von Dewezet Online hat es am Morgen eine telefonische Bombendrohung gegen die Agentur für Arbeit in Hameln gegeben. Der Anruf soll vom Mertensplatz gekommen sein. In diesem Bereich haben sich zivile Beamte einer Verfügungseinheit gesammelt. Zur Zeit ist das Gebäude nicht evakuiert. Es heißt, dass die Einsatzleitung darüber nachdenkt - nicht, weil eine akute Gefahr drohe, sondern um die Mitarbeiter zu beruhigen.

 

++ 10 Uhr ++ Bombendrohung in Hameln - betroffen ist die Agentur für Arbeit an der Süntelstraße. Streifenwagen, Lösch-und Rettungsfahrzeuge der Feuerwehr sind im Einsatz. Näheres ist noch nicht bekannt.



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