weather-image
24°
×

Rettungshubschrauber landet / Polizei fahndet nach dem Tier

Hundeattacke in Afferde – Kleinkind schwer verletzt

AFFERDE. Ein Kleinkind ist am Mittwochvormittag kurz vor 8 Uhr in Afferde von einem Hund angefallen und sehr schwer im Gesicht verletzt worden. Ein Notarztteam des Rettungshubschraubers „Christoph 4“ und Notfallsanitäter des heimischen DRK brachten den zwei Jahre alten Jungen zur Medizinischen Hochschule nach Hannover. Mit allen verfügbaren Kräften fahndet die Polizei nach dem Tier und dem Halter.

veröffentlicht am 27.03.2019 um 11:36 Uhr
aktualisiert am 27.03.2019 um 21:10 Uhr

Ulrich Behmann

Autor

Chefreporter zur Autorenseite

Schlimmer Vorfall in Afferde – ein Kleinkind ist am Mittwochmorgen kurz vor 8 Uhr von einem Hund gebissen und sehr schwer im Gesicht verletzt worden. Ein Notarztteam des Rettungshubschraubers „Christoph 4“ und Notfallsanitäter des heimischen DRK brachten den zwei Jahre alten Jungen zur Medizinischen Hochschule nach Hannover. Der Kleine habe am Grasweg im Vorgarten eines Einfamilienhauses gespielt, hieß es. „Nach unseren Erkenntnissen stand die Pforte offen“, sagte Hauptkommissar Guido Krosta. Der Hund dürfte auf diese Weise von der Straße auf das Grundstück gelangt sein. Die Mutter (27) und die Großeltern hielten sich im Haus auf – der Opa des Jungen hörte plötzlich seinen Enkel schreien und sah als Erster nach dem Rechten. Der 58-Jährige „hat das blutüberströmte Kind“ gefunden, sagte Krosta. Er habe noch das Hinterteil eines Hundes gesehen. Das Tier sei gerade durch das Tor des komplett eingezäunten Grundstücks gelaufen, so der Beamte. Nach Angaben von Oberkommissarin Stephanie Heineking-Kutschera sind die Verletzungen, die der Zweijährige erlitten hat, erheblich: „Der Hund hat ein Stück Fleisch aus der Wange des Kindes gebissen“, sagte die Polizistin.

Eine Leitstellen-Disponentin hatte nach dem Notruf sofort das Notarzt-Einsatzfahrzeug der Feuerwehr, einen Rettungswagen des Roten Kreuzes und den an der Medizinischen Hochschule in Hannover stationierten Rettungshubschrauber des Bundesinnenministeriums alarmiert. Die Maschine landete unweit des Wohngebietes auf einer Wiese im Gewerbegebiet „Langes Feld“. Nachdem das Kleinkind von zwei Notarztteams versorgt und für den Transport stabilisiert worden war, wurde es mit einem Rettungswagen zur Universitätsklinik gefahren. Nach unbestätigten Informationen sollten Mutter und Kind nicht getrennt werden.

„Wer hat einen hellbraunen Hund im Bereich des Grasweges in Afferde gesehen oder kennt den Besitzer?“

Stephanie Heineking-Kutschera, Polizeioberkommissarin

Im Rettungshubschrauber hätte die Frau angeblich nicht mitfliegen können, hieß es.

Rettungshubschrauber „Christoph 4“ landet in Afferde. Foto: leo

Mit allen verfügbaren Kräften fahndete die Polizei nach dem Tier. Es handelt sich um einen etwa 40 Zentimeter hohen Hund. Das hellbraune Fell soll zirka fünf Zentimeter lang und glatt sein. „Ob sich eine Person bei dem Hund befand, ist derzeit nicht bekannt“, sagte Oberkommissarin Heineking-Kutschera. Ermittler hörten sich in der Nachbarschaft und auf Bauernhöfen um. „Keiner der Befragten weiß, wem der Hund gehört.“

Die Inspektion bittet deshalb die Dewezet-Leser um Mithilfe. Die Fahnder fragen: „Wer hat einen braunen Hund im Bereich des Grasweges in Afferde gesehen oder kennt den Besitzer? Hinweise nimmt die Polizei rund um die Uhr entgegen, Telefon 05151/933-222.

Rätselhaft und für Experten kaum nachvollziehbar ist, weshalb der Hund fremdes Terrain betrat – und weshalb er zubiss. Das sei schon ungewöhnlich. „Natürlich gibt es verhaltensauffällige, also sozial gestörte Tiere“, sagt Dr. Stefanie Klingeberg. Die heimische Tierärztin hat sich mit dem Thema Hundebisse intensiv beschäftigt und gehört zu den Veterinären im Kreis Hameln-Pyrmont, die vom Landwirtschaftsministerium bestellt wurden, um als Sachverständige Wesenstests bei Hunden durchzuführen. Zu dem aktuellen Fall könne sie nichts Konkretes sagen, weil ihr wenig Details bekannt seien, aber: „Wenn ein Hund einen Menschen beißt, dann ist vorher zu 80 Prozent etwas vorgefallen.“ Ein Hund beiße beispielsweise dann zu, wenn er in Not gerate, in die Enge getrieben oder geärgert werde. In der Regel würden sich Hund und Mensch kennen.

Die Tierärztin warnt vor vorschnellen Schlüssen. „Wir wissen alle nicht, was zu der Hundeattacke in Afferde geführt hat.“ Alles sei möglich. Hunde seien aber keinesfalls von Natur aus aggressiv und bissig, sagt die Expertin. „Für eine Hundeattacke gibt es für gewöhnlich einen Grund.“



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2021
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Anzeige
Anzeige