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Horror-Paar aus Höxter soll zweites Opfer verbrannt haben

Höxter. Im Fall des Horror-Hauses von Höxter kommen immer weitere grausige Details ans Licht: Die Mordkommission „Bosseborn“ geht davon aus, dass das geschiedene Ehepaar Angelika B. und Wilfried W.  (46, 47) mindestens zwei Frauen so schwer misshandelt hat, dass diese an den Folgen gestorben sind.

veröffentlicht am 03.05.2016 um 12:06 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:16 Uhr

Horror-Haus Höxter
Ulrich Behmann

Autor

Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite

Bei dem ersten Opfer soll es sich um die 33 Jahre alte Annika W. handeln. Wie Susanne S. (41) aus Bad Gandersheim, die im Krankenhaus gestorben ist (wir berichteten), stammt auch sie aus Niedersachsen. Annika W. soll im Sommer 2014 ums Leben gekommen sein – mutmaßlich durch Misshandlungen. Die Tote sei zunächst in einer Kühltruhe aufbewahrt und zerstückelt worden, teilte die Polizei am Dienstag mit. Die Leichenteile seien nach und nach in einem Kamin verbrannt worden.

 

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Die Ermittler wissen, dass weitere Frauen in die Fänge des Paares geraten sind. Eine Überlebende stammt aus Berlin. Die ihr zugeführten Verletzungen seien zwar erheblich, aber nicht lebensbedrohlich gewesen. Das Opfer hatte das Horror-Haus im Fernsehen wiedererkannt und sich bei der Polizei gemeldet. Möglichweise gibt es noch weitere Todesfälle. Die Lage ist unklar. "Wir können nicht sagen: Wir schließen ein drittes Todesopfer definitiv aus", sagt Kriminalhauptkommissar Ralf Östermann, der die Mordkommission leitet. Die Opfer wurden über Kontaktanzeigen angelockt. Wilfried W., der Hartz IV bezog,  habe so ziemlich jede Tageszeitung in Deutschland angeschrieben, hieß es. Auch in der Dewezet wurden seit 2006 insgesamt sieben Bekanntschaftsanzeigen aufgegeben (siehe Foto). Mal suchte ein netter „Er, 42 Jahre, 1,88 Meter groß“ in Hameln und Umgebung „eine sympathische Sie“, mal war es ein „Fischmann, 36 Jahre, 1,86 Meter aus Höxter“, der einen „Sie für den gemeinsamen Lebensweg“ suchte.

Es wurden mindestens zwei Handynummern benutzt. In dem Gehöft sollen die Opfer zeitweise an Heizkörper gefesselt oder in der Badewanne fixiert worden sein. Oft wurden die Frauen dort laut auch über Nacht liegengelassen. Die Polizei sucht Opfer und Zeugen, die Kontakt zu möglichen Geschädigten hatten. Die Ermittler haben derzeit keine Beweise, dass das Paar den Tod der Frauen angestrebt hat. Angelika B. behauptet, sie sei von ihrem Ex-Mann massiv misshandelt worden. Die Polizei vermutet, dass sie Wilfried W. hörig war und deshalb mitgemacht hat. Über die Frau, die ihren schweren Verletzungen im Krankenhaus erlegen ist, sagt Angelika B., Susanne S. sei gegen einen Schrank gefallen und habe sich dabei die schweren Kopfverletzungen zugezogen. Ob das stimmen kann, wollen die Ermittler überprüfen. Noch ist vieles unklar: Wilfried W. streitet alles ab, schiebt die Taten seiner Ex-Frau zu. Angelika B. spricht mit der Polizei, macht Aussagen. Das Paar sei vorbestraft, heißt es.  Das Verschwinden von Annika W. fiel nicht auf. Angelika B. soll vom Handy der Toten SMS verschickt haben. Die letzte vor zwei Wochen. Die Nachricht lautete: „Ist alles okay.“



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