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Autofahrer sollen Verkehr auf A2 ausgebremst haben / Hochzeitsgesellschaft sorgt für Polizeieinsatz

Hochzeitskorso auf A2: Hamelner im Visier der Fahnder

HAMELN. Am Sonnabend soll es durch einen vermutlich türkischen Hochzeitskorso zu massiven Verkehrsbehinderungen auf der A2 gekommen sein. Zwei Limousinen – es handelt sich um einen weißen und einen älteren gelben Mercedes – sollen Hamelner Kennzeichen gehabt haben. Laut Polizei seien nach einem Zeugenaufruf bislang 15 Hinweise eingegangen.

veröffentlicht am 29.04.2019 um 14:29 Uhr

Bei einem Hochzeitskorso im November 2017 hat ein Fahrer seine Reife derart durchdrehen lassen, das Gummi und Asphalt schmolzen. Foto: ube
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Sie schießen vor Freude in die Luft, veranstalten Hupkonzerte, lassen die Reifen ihrer Autos durchdrehen, bis der Asphalt schmilzt – und gefährden mitunter den Verkehr. So geschehen am vergangenen Samstag auf der Autobahn 2 bei Hannover. Mitglieder solcher Hochzeitsgesellschaften sind nicht selten außer Rand und Band, wenn sie mit wehenden Fahnen und mit eingeschalteten Warnblinkanlagen hintereinander herfahren. Je lauter und auffälliger, desto besser. Die Feiernden setzen sich über Verkehrsregeln hinweg. Am Sonnabend soll es durch einen vermutlich türkischen Hochzeitskorso zu massiven Verkehrsbehinderungen auf der A2 gekommen sein.

Augenzeugen berichten: „Vier Autos waren auf den drei Fahrstreifen in Richtung Osten unterwegs. Die Fahrer bremsten auf Tempo 80 herunter und hinderten alle anderen daran, sie zu überholen.“ Der Verkehr in Richtung Berlin soll durch diese Fahrmanöver massiv behindert und gefährdet worden sein. Zwei Limousinen – es handelt sich um einen weißen und einen älteren gelben Mercedes – sollen Hamelner Kennzeichen gehabt haben. Von den beiden anderen Fahrzeugen ist bislang nur bekannt, dass es sich um einen Range Rover und um einen weißen Wagen gehandelt hat.

Die Autobahnpolizei hat gegen die Fahrer Ermittlungen eingeleitet – wegen Nötigung. Nach einem Zeugenaufruf seien bislang 15 Hinweise eingegangen, sagt der Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes, Hauptkommissar Martin Jagemann, am Montagnachmittag im Gespräch mit der Dewezet. Wer am Samstag gegen 14.10 Uhr zwischen Wunstorf-Kolenfeld und Wunstorf-Luthe ausgebremst wurde oder in den von der Hochzeitsgesellschaft verursachten Stau geraten ist, wird gebeten, die Autobahnpolizei unter der Rufnummer 0511/109 89 30 anzurufen. Im Landkreis Hameln-Pyrmont dürften die Feiernden nicht gestartet sein. „Jedenfalls sind uns keine Vorkommnisse gemeldet worden, die darauf schließen lassen“, sagte Oberkommissarin Stephanie Heineking-Kutschera auf Nachfrage.,

Bei dem Zwischenfall auf der A2 hatte nach Angaben von Polizeisprecher Thorsten Schiewe mindestens ein Wagen eine türkische Flagge im Fenster. Eine Autofahrerin habe die Polizei informiert, hieß es. Die 57-Jährige teilte der Polizei mit, die vier Fahrzeuge seien mit eingeschalteten Warnblinkanlagen auf allen Fahrspuren unterwegs gewesen. Sie habe bei Kolenfeld abbremsen müssen. Erst an der Anschlussstelle Hannover-Herrenhausen bogen die Autofahrer auf die Bundesstraße 6 in Richtung Innenstadt ab. Trotz einer sofort eingeleiteten Fahndung konnte der Korso nicht mehr aufgespürt werden. Offenbar ist die Polizei den Verdächtigen auf der Spur – sie führt in den Kreis Hameln-Pyrmont. Nach Angaben von Polizeisprecher Schiewe ist lediglich bekannt, dass zwei der gesuchten Wagen Hamelner Kennzeichen hatten. Derzeit würden die Halterangaben überprüft, hieß es.

Auch in Lage im Nachbarkreis Lippe hat am Samstagnachmittag eine Hochzeitsgesellschaft die Polizei auf den Plan gerufen. Mehrere Anrufer hatten gegen 16 Uhr eine Autokolonne beobachtet. Sie berichteten von Pistolenschüssen. Umgehend seien „starke Polizeikräfte zusammengezogen“ worden, sagte Dr. Laura Merks von der Polizei Lippe. Die 15 Fahrzeuge, in denen 32 Personen saßen, wurden gestoppt. Polizisten stellten zwei Schreckschusswaffen sicher. Die mutmaßlichen Besitzer der Schusswaffen – ein Mann (32) aus Detmold und ein 32-Jähriger aus Bayern – hätten den dafür erforderlichen kleinen Waffenschein nicht vorzeigen können, so Dr. Merks. Ein 45-Jähriger aus Lage habe zudem einen Schlagstock dabei gehabt.

Am 5. November 2017 hatte eine türkische Hochzeitsgesellschaft einen großangelegten Polizeieinsatz in Hameln ausgelöst. Zunächst meldeten Anwohner des Hastenbecker Weges, es seien Schüsse gefallen. Wenig später brachte ein offenbar temperamentvoller Autofahrer (20) auf der Süntelstraße den Asphalt mit durchdrehenden Reifen zum Schmelzen.



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