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Feuerwehren aus Aerzen helfen in NRW

Hochwasser droht: Emmerthal bereitet sich auf Gefahr vor

EMMERTHAL/LIPPE. Weil der Pegel des Schieder-Sees mit 3,30 Meter aktuell recht hoch ist und pro Sekunde 100 Kubikmeter Wasser aus dem Stausee in die Emmer fließen (Stand Dienstagnachmittag), herrscht Alarmstimmung in Emmerthal. Noch bestehe zwar keine konkrete Gefahr, Entwarnung könne er aber noch nicht geben, sagt der Erste Gemeinderat Elmar Günzel. Man wolle auf alles vorbereitet sein.

veröffentlicht am 21.05.2019 um 18:55 Uhr
aktualisiert am 13.06.2019 um 15:46 Uhr

In Emmerthal ist die Emmer über die Ufer getreten. Foto: ube
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Deshalb hat Günzel am Dienstag um 14 Uhr vorsorglich den Einsatzstab einberufen. Im Rathaus trafen sich Vertreter der Polizei, der Feuerwehr und des Ordnungsamts, um Maßnahmen zu planen. Die Emmer führt Hochwasser; die erste Meldestufe (3,90 Meter) war bereits am Morgen überschritten. Um 9.45 Uhr zeigte der Pegel in Bad Pyrmont 4,08 Meter an. Danach fiel der Wasserstand – er stieg am Nachmittag aber wieder an. Und zwar rasant. Um 16 Uhr zeigte der Pegel 4,12 Meter, eine Stunde später lag er bei 4,40 Meter. Um 17.30 Uhr war die höchste Meldestufe 3 (4,50 Meter) erreicht.

Mitarbeiter des Ordnungsamtes brechen derzeit regelmäßig zu Kontrollfahrten an die Emmer auf. Kritisch ist der Bereich „In der Meinte“ in Emmern (dort gibt es einen Schutzdeich) und an der Emmerstraße in Amelgatzen. Die Brücke über die Emmer musste bereits gesperrt werden, weil eine Senke vollgelaufen ist. Steigt der Pegel weiter, stehen dort Häuser im Wasser.

Für den Fall, dass der Deich im Emmern brechen sollte oder überflutet wird, hat die Gemeinde einen Plan ausgearbeitet. Der Damm soll nicht wie 2011 mit Sandsäcken gehalten werden. Stattdessen wollen die Emmerthaler einen tiefer liegenden Acker, der hinter dem Deich liegt, volllaufen lassen. „An einer Stelle könnte das Wasser allerdings auf die Straße In der Meinte und von dort in das Wohngebiet laufen“, erklärt der Leiter des Einsatzstabes. Dort würde die Feuerwehr dann auf einer Länge von 60 bis 80 Metern einen dreilagigen Sandsackwall bauen. „Wir haben uns bereits 1000 Sandsäcke, die am Wochenende bei einer Übung in Hameln mit Sand gefüllt wurden, reservieren lassen“, sagt Günzel. „Das THW kann die Säcke innerhalb von einer halben Stunde nach Emmern bringen.“

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Keller voll, Pumpe an. Foto: Feuerwehr

An den Emmerauen bei Lügde sollen Kühe am Dienstag bereits vom Hochwasser bedroht gewesen sein. Der Landwirt habe die Tiere von der Wiese geholt, hieß es.

Der Landkreis Lippe ist bereits in der Nacht von Montag auf Dienstag von mehreren „Starkregen-Ereignissen getroffen“ worden. Bei Polizei und Feuerwehr gingen innerhalb von nur 14 Stunden 961 Notrufe ein. Bäche wurden zu reißenden Flüssen. Der Niederbeller Bach erreichte eine Breite von 50 Metern. Die Leitstelle Lippe forderte gegen Mitternacht Unterstützung in Niedersachsen an. Ehrenamtliche der Feuerwehren Grupenhagen, Reinerbeck und Grießem rückten mit Lenzpumpen aus, um den Unwetter-Opfern in Nordrhein-Westfalen zu helfen. „In Almena, Bösingfeld und Asmissen mussten Keller ausgepumpt werden“, sagte Ortsbrandmeister Mathias Bartsch. Feuerwehrleute aus Reinerbeck halfen in Barntrup, Alverdissen und Bega. „Wir haben die Pumpen angeworfen und Sandsäcke gefüllt“, sagte Ortsbrandmeister Torsten Pieper. Helfer aus Grießem packten in Barntrup mit an. Bereits am späten Montagnachmittag hatte die Feuerwehr Dehmke einen Keller von Schlamm und Wasser befreit. Die L 432 war bei Schwöbber an zwei Stellen überflutet. Die Feuerwehr Grupenhagen reinigte die verschlammte Fahrbahn. Auch die Feuerwehr Lügde war im Unwetter-Einsatz. Im Bereich Rinteln hatten Feuerwehr und Bauhof ebenfalls jede Menge zu tun. Zahlreiche Gärten und Straßen wurden überflutet, Bäume stürzten um.



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