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Brandstiftung nicht ausgeschlossen

Heiße Nacht auf dem Parkplatz: Lovemobil brennt an B 217

SPRINGE. Es stand ziemlich oft dort, und es war nicht nur ein Wohnmobil, sondern offenbar ein Mini-Bordell: Auf dem Parkplatz an der B 217 in Höhe des Abzweigs Bad Münder ist in der Nacht ein als Lovemobil genutzter Wohnwagen ausgebrannt. Die Polizei schließt Brandstiftung nicht aus. Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art. Zeugenhinweise werden unter 0511/1095555 entgegen genommen.

veröffentlicht am 18.08.2017 um 06:00 Uhr

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Mischer

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Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite
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Prostitution ist in Deutschland legal. Und wenn das Fahrzeug, in dem Prostituierte ihre Dienste anbieten, zugelassen und verkehrstüchtig ist, kann und darf auch ein öffentlicher Parkplatz als Verrichtungsort genutzt werden – wie eben der Parkplatz an der Bundesstraße in Höhe Dahle. Oder wie einige Kilometer weiter Richtung Hannover, auf dem Rastplatz zwischen Springe und Völksen, wo ebenfalls regelmäßig ein Wohnwagen steht, in dem eine Frau sitzt.

„Bislang gab es da keine Probleme“, sagt Karsten Kohlmeyer vom städtischen Ordnungsamt, das bei dem Thema für die Umsetzung der amtlichen Kontrollen zuständig ist. Solange das Fahrzeug von Zeit zu Zeit bewegt werde, habe man keine rechtlichen Beanstandungsgründe gegen die Wohnwagen, erklärt der Fachmann.

Formal allerdings gibt es derzeit auch niemanden, der für die Einhaltung von Gesetzen rund ums Thema Prostitution so richtig zuständig ist: Seit dem 1. Juli gilt in Deutschland das Prostituiertenschutzgesetz. Demnach müssen Sexarbeiterinnen ihre Tätigkeit bei der Behörde anmelden. Laut einer Sprecherin der Region Hannover steht in Niedersachsen aber offenbar noch nicht formal fest, welche Behörde die Anmeldungen eigentlich entgegennehmen soll. Oder wer sich darum kümmert, dass die Anmeldungen überprüft werden. Folgerichtig war auch die Dame, die in dem Wohnwagen tätig war, formal nicht angemeldet.

Das völlig ausgebrannte Fahrzeugwrack wurde am Donnerstagvormittag mit schwerem Gerät abtransportiert. Zum Halter des Wagens wollten die Ermittler aus Datenschutzgründen keine Angaben machen. Ermittelt werde derzeit in alle Richtungen. Brandstiftung schließen die Beamten des Zentralen Kriminaldienstes nicht aus.

Aufgrund der großen Zerstörung des Fahrzeuges gestaltet sich die Ursachenforschung offenbar als besonders schwierig. Der durch das total zerstörte Fahrzeug Schaden wird auf 5000 Euro geschätzt.

Nach bisherigen Erkenntnissen hatte eine Autofahrerin gegen 4 Uhr morgens beim Vorbeifahren Flammen an dem Fahrzeug bemerkt und die Rettungskräfte alarmiert. Beim Eintreffen der Feuerwehr aus Springe stand das leere Wohnmobil bereits in Vollbrand. Ein Trupp der Feuerwehr ging unter Atemschutz mit Schwerschaum gegen die Flammen vor und hatte den Brand schnell unter Kontrolle. Nach knapp einer Stunde wurde die Einsatzstelle an die Polizei übergeben.

In diesem Jahr brannten allein in Springes Nachbarkommunen mindestens vier Lovemobile, zuletzt vor einem Monat in Koldingen. Dort stand anschließend rasch fest, dass Brandstiftung die Ursache für den Ausbruch des Feuers war. Wer den Brand gelegt hatte, ist nicht bekannt.

Information
Seit Beginn des Jahres brannten in der Umgebung mehrere Lovemobile: Q In Pattensen stand im Januar ein Lovemobil an der Bundesstraße 443 in Koldingen in Flammen . Grund war damals fahrlässiges Eigenverschulden. Q Bei Laatzen ist Mitte Januar ein Lovemobil auf der Bundesstraße 443 ausgebrannt. Verletzt wurde niemand. Q Im Landkreis Holzminden sind im Januar gleich zwei Wohnmobile, die von Prostituierten genutzt wurden, in Flammen aufgegangen.

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