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Feuerwehr sichert 6,5 Tonnen schweres Stahlboot – THW schleppt beschädigte Motorjacht nach Hameln

Havarie auf Latferder Klippen

LATFERDE. Die Latferder Klippen, eine Felsformation in der Weser mit Stromschnellen und Engpässen, sind von jeher als Schifffahrtshindernis bekannt. Mit 9 km/h ist die Strömung an dieser Stelle die schnellste im gesamten Flussverlauf. Das ist am Mai-Feiertag der zweiköpfigen Besatzung einer 6,5 Tonnen schweren Motorjacht zum Verhängnis geworden. Am Vormittag lief das 9,5 Meter lange Stahlboot auf Grund.

veröffentlicht am 01.05.2019 um 17:03 Uhr
aktualisiert am 01.05.2019 um 20:24 Uhr

Schleppverband auf der Weser – THW-Helfer ziehen den 9,5 Meter langen Havaristen mit einer PS-starken Ponton-Halbfähre in den Hamelner Hafen. Mit einem Schlauchboot wird das manövrierunfähige Kajütboot auf der Steuerbordseite auf Kurs gehalten. Foto:
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Der Skipper war gewarnt – er hatte die Klippen auf der Gewässerkarte bemerkt und war extra dem Hinweis gefolgt, an diesem gefährlichen Ort eine Innenkurve zu fahren. Auf diese Weise wollte er der Untiefe ausweichen. Das Kajütboot setzte jedoch auf der anderen Weserseite auf. Der 56-jährige Bootsführer aus Bad Oldesloe nahm zunächst telefonisch Kontakt mit einem Sportboot-Klub und dann mit dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt auf. Um 11.48 Uhr rief er bei der Regionalleitstelle in Hameln an.

Der Disponent alarmierte die Feuerwehren Kirchohsen und Grohnde. Ortsbrandmeister Benjamin Hüsing übernahm die Einsatzleitung. Mit einer Aluleiter gelang es den Freiwilligen, den Havaristen von den Steinen zu bugsieren. Doch das Boot trieb ab. Es hatte einen Ruderschaden, war manövrierunfähig. Feuerwehrleute rannten hinter dem abtreibenden Sportboot hinterher, warfen dem Skipper und dessen Bruder (58) Seile zu und machten den Havaristen an einem Poller fest. Um 12.30 Uhr wurde das Technische Hilfswerk (THW) aus Hameln alarmiert. Das THW hat eine auf Wassergefahren spezialisierte Fachgruppe und PS-starke Pontonfähren. Ehrenamtliche Helfer nahmen das Boot an den Haken und zogen es in den Hamelner Hafen. Der Schleppverband wurde von einem Sicherungsboot des THW begleitet, denn: Auf der Weser herrschte zu diesem Zeitpunkt reger Verkehr. Fahrgastschiffe, Sportboote, Kajaks und ein Jetski-Fahrer waren bei sonnigem Wetter unterwegs. In Hameln wartete bereits die aus Nienburg angereiste Wasserschutzpolizei auf das beschädigte Motorboot, um den Schiffsunfall aufzunehmen.

Die Jacht mit dem ungewöhnlichen Namen „Keine Ahnung“ hatte gerade den Besitzer gewechselt – sie befand sich auf einer Überführungsfahrt von Hannoversch Münden nach Travemünde. Der Skipper hatte für die Fahrt ins Ostseeheilbad fünf bis sieben Tage eingeplant. Unterwegs sei er jedoch zweimal wegen verstopfter Treibstoffleitungen liegengeblieben, sagte er der Dewezet. „Wir hatten Dieselpest.“ Zu allem Überfluss kam es nun auch noch zu einer Havarie. „Ich hätte nicht gedacht, dass die Weser so tückisch ist“, meinte der Sportbootfahrer. „Mein Revier ist die Ostsee.“

Feuerwehrleute sichern das Stahlboot mit Seilen. Die Motorjacht ist wegen eines Ruderschadens abgetrieben. Foto: leo


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