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Großbrand wütet in Diedersen

Haus nach Feuer unbewohnbar

DIEDERSEN. Das Jahr 2018 ist eine Stunde und 47 Minuten alt, als plötzlich Sirenen heulen und Funkmeldeempfänger piepen. An der Straße „Alter Kamp“ in Diedersen soll ein Schuppen brennen – so lautet jedenfalls die erste Meldung der Leitstelle. Wie sich herausstellte, stand ein Doppel-Carport in Flammen. Das Feuer verursachte auch Schäden im angrenzenden Wohnhaus.

veröffentlicht am 01.01.2018 um 17:15 Uhr
aktualisiert am 06.01.2018 um 14:14 Uhr

Carport, Autos und Motorrad in Flammen – das Feuer greift auf das Haus über. Schon brennt der Dachstuhl. Foto: ube
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Cord Pieper, stellvertretender Gemeindebrandmeister von Coppenbrügge, sitzt nur zehn Häuser weiter mit Freunden beisammen. Der Feuerwehrmann läuft sofort los, um die Lage zu erkunden. Schon von Weitem erkennt er: Das Feuer breitet sich, angefacht vom Wind, rasend schnell aus. Zwei Wohnhäuser sind in Gefahr. Der Funkenflug ist stark, die Hitze extrem groß. Pieper fordert Unterstützung an.


Zu diesem Zeitpunkt brennt ein Doppel-Carport, in dem zwei Autos und ein Motorrad stehen, lichterloh. Die Flammen züngeln an der Fassade eines Wohnhauses empor, schlagen unter den Dachüberstand und entzünden den Dachstuhl. Eile ist geboten. Freiwillige aus Coppenbrügge, Diedersen, Bessingen, Behrensen, Bisperode und Hameln rücken an. Die Hitze lässt Jalousien und Fensterrahmen flüssig werden. Sogar Metall fängt Feuer. „Die Aluminium-Felgen der Autos haben sich entzündet. Solche Brände sind sehr schwer zu löschen“, sagt Pieper. Mit einem Spezialmittel, das dem Löschwasser zugesetzt wird, kämpfen mehr als 70 Helfer gegen das Großfeuer. Sie schützen ein Nachbarhaus und Bäume mit Wasser.
Die Hitze ist so groß, dass Kunststoff-Jalousien eines meterweit entfernt stehenden Wohnhauses flüssig werden und auf das Ziegeldach tropfen. Die Hamelner Feuerwehr unterstützt mit Drehleiter und Löschfahrzeug. Der Dachstuhl ist mit heißen Gasen gefüllt. Es besteht die Gefahr einer Durchzündung. Von der Drehleiter aus können die Feuerwehrleute den Brand gezielt bekämpfen. Aber auch von innen löscht ein Trupp, der sich mit schwerem Atemschutz ausgerüstet hat. Spezialisten der Schnell-Einsatz-Gruppe des DRK aus Marienau kümmern sich derweil um fünf Menschen, die geschockt sind. „Wir nennen das psychosoziale Betreuung“, erklärt der stellvertretende DRK-Kreisbereitschaftsleiter Michael Bretzing.
Nach Angaben der Feuerwehr ist das Wohnhaus derzeit nicht bewohnbar. „Scheiben sind zerplatzt, flüssiger Kunststoff ist in ein Zimmer getropft, hat dort Wäsche entzündet“, sagt Cord Pieper. Die Ursache des Feuers ist noch nicht bekannt. Die Tatort-Gruppe der Polizei schätzt den Gesamtschaden auf 250000 Euro.
Die Drehleiter aus Hameln wird in Stellung gebracht. Foto: ube
  • Die Drehleiter aus Hameln wird in Stellung gebracht. Foto: ube
Die Fassade des Hauses ist schwer beschädigt. Foto: ube
  • Die Fassade des Hauses ist schwer beschädigt. Foto: ube

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