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Gefährlicher Fund

Handgranate bei Zwiebelernte entdeckt – Hof gesperrt

FRENKE. Dass Zwiebeln mitunter scharf sein können, ist bekannt. Wenn zwischen den Knollen eine Handgranate gefunden wird, bekommt das Adjektiv scharf gleich eine andere Bedeutung. So geschehen auf einem Bauernhof am Bohlweg in Frenke.

veröffentlicht am 06.09.2017 um 11:49 Uhr
aktualisiert am 06.09.2017 um 18:20 Uhr

Die Handgranate erwies sich glücklicherweise als ungefährlich. Foto: Polizei
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite

Beim Waschen von frisch geernteten Zwiebeln hat ein Erntehelfer aus Holzminden eine mit Sprengstoff gefüllte Eierhandgranate gefunden. Der 35-Jährige erschrak. Er informierte sofort den nur ein paar Meter neben ihm stehenden Landwirt (51). Am Dienstagabend um 18.24 Uhr informierte der Unternehmer die Polizei. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD) wurde alarmiert, der Hof vorsorglich abgesperrt.

Nach Angaben des Landwirts waren die Zwiebeln in der Nähe der Grohnder Fähre mit einer Rodemaschine aus der Erde geholt worden. Sie trockneten zunächst auf dem Feld, wurden dann mit einem Überlader in einen Muldenkipper befördert. Der Transporter-Fahrer fuhr nach Frenke, kippte die Ladung in einen Schüttbunker. Von dort gelangten die Zwiebeln mitsamt der Granate auf Förderbändern zu den Erdabscheider-Rollen und schließlich zum Verlese-Tisch, an denen vier bis fünf Mitarbeiter per Hand kleine Steine, Erdklumpen und Pflanzenreste aussortieren.

KBD-Sprengmeister Thomas Krause untersuchte den Fund. Nach Angaben des Delaborierers handelt es sich um eine US-amerikanische Granate aus dem Zweiten Weltkrieg. Der Zündsatz fehlte. Deshalb habe keine akute Gefahr bestanden, sagte Polizist Appel. Allerdings, so Sprengmeister Krause, sei der Metallkörper mit TNT gefüllt gewesen. „Wenn so eine Granate versehentlich mit Feuerholz in einen Ofen gelangt, explodiert sie.“ So etwas kommt schon mal vor. Erst im Dezember rumste es in Rees (Kreis Kleve) im Wohnzimmer einer Familie, die gerade beim Adventskaffee saß. Im Ofen war eine Gewehrgranate explodiert. Der Sprengkörper hatte sich in einem Stück Brennholz befunden. Bereits im Februar 2014 war im niedersächsischen Hoyerhagen eine Granate aus dem Zweiten Weltkrieg in einem Kaminofen hochgegangen. Der zwei mal acht Zentimeter große Blindgänger hatte jahrzehntelang in einer Eiche, die zu Brennholz zerkleinert worden war, gesteckt.

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