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Drei Frauen geraten in Streit und schlagen zu

Handfeste Auseinandersetzung um drei Luftballons

BAD PYRMONT. Ein Streit um den Diebstahl von drei Luftballons ist in Bad Pyrmont völlig aus dem Ruder gelaufen – drei Frauen sind deswegen zunächst vor und wenig später auch in einem Geschäft an der Brunnenstraße heftig aneinandergeraten.

veröffentlicht am 16.01.2018 um 10:59 Uhr
aktualisiert am 16.01.2018 um 15:56 Uhr

Symbolbild: Pixabay
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
Ein Streit um den Diebstahl von drei Luftballons ist in Bad Pyrmont völlig aus dem Ruder gelaufen – drei Frauen sind deswegen zunächst vor und wenig später auch in einem Geschäft an der Brunnenstraße heftig aneinandergeraten. Üble Beleidigungen wurden ausgestoßen, ein Teller flog wohl durch die Luft, eine 48-Jährige, die offenbar an den Haaren zu Boden gerissen wurde, griff letztlich zum Pfefferspray. Am Ende rückten Streifen- und Krankenwagen an, müssen die Aussagen der Beteiligten von Ermittlern bewertet und auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft werden. Eine 28-Jährige wurde ins Krankenhaus gebracht, wo sie sich ihre Augen ausspülen ließ. Die Polizei hat wegen der wechselseitigen Vorwürfe vier Strafanzeigen geschrieben – sie reichen von Diebstahl geringfügiger Sachen über einfache Körperverletzung bis hin zu gefährlicher Körperverletzung. „Wie die Staatsanwaltschaft das ganze Paket bewertet, muss abgewartet werden“, sagt der Leiter des Einsatz- und Streifendienstes, Hauptkommissar Arnold Schiffling. Geprüft werde auch, ob die Kauffrau in Notwehr gehandelt hat, hieß es.

Alles begann am Montagnachmittag gegen 15 Uhr mit einem kleinen Diebstahl. Als die Geschäftsfrau (48) aus Bad Pyrmont sah, wie zwei junge Mütter (23 und 28 Jahre alt) drei Ballons, die sie als Dekoration an einem Verkaufsständer vor dem Laden angebracht hatte, ohne zu fragen losbanden und sie ihren kleinen Kindern gaben, ärgerte sie sich, denn: Schon mehrmals waren der 48-Jährigen auf diese Art Luftballons abhandengekommen. „Die Frauen hätten sie ja nur fragen müssen, dann hätte sie sicherlich auch Ballons zum Verschenken gehabt“, erzählt Schiffling. Um ihrem Ärger Luft zu machen, ging die Inhaberin zu den Frauen und geigte ihnen die Meinung. „Dabei hat sie sich nicht diplomatisch ausgedrückt, sagt der Hauptkommissar. Sie habe den Müttern den Stinkefinger gezeigt. Sie empfand deren Verhalten als „frech“.

Die Frauen ließen die „Predigt“ zunächst über sich ergehen und gingen dann, mit den Ballons und ihren Kindern, weiter. „Nach rund fünf Minuten kamen sie aber zu dem Schluss, dass man die Vorwürfe so nicht im Raum stehen lassen könne. Das müsse man klären.“

Womöglich ist ihr Temperament mit ihnen durchgegangen. Die 28-Jährige ging voran in den Verkaufsraum, warf der Geschäftsinhaberin die Ballons vor die Füße und teilte dabei wohl auch einige „Unhöflichkeiten“ aus. „Als dann ein Wort das andere gab, soll die Pyrmonterin die Geschäftsfrau an den Haaren zu Boden gerissen haben“, berichtet Schiffling.

„Die angegriffene Frau nahm daraufhin ihr Pfefferspray und setzte die Frau damit außer Gefecht. Das passte der 23-Jährigen, die ein fünf Monate altes Kind auf dem Arm hielt und sich bis dahin noch zurückgehalten hatte, überhaupt nicht. Sie soll einen Deko-Teller aus Porzellan in Richtung der 48-Jährigen geworfen haben.“ Was die Polizisten erstaunt: „Die Kinder schauten die ganze Zeit über entspannt und gelassen zu.“

Die Geschäftsfrau trug eigenen Angaben zufolge eine Fingersehnen-Verletzung davon. An dem Riss werde sie acht bis zwölf Wochen laborieren. „Wenn ich Pech habe, bleibt der Finger steif – und das wegen ein paar Luftballons.“

Sie sei angespuckt worden, habe um ihr Leben gefürchtet. „Ich hatte große Angst. Hätte ich mein Pfefferspray nicht benutzt, wäre ich vermöbelt worden.“

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